Blutdrucksenker

Alle Valsartan-haltigen Arzneimittel müssen vom Markt genommen werden

Anfang Juli 2018 gab es eine knappe Mitteilung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA): Valsartan-haltige Arzneimittel eines chinesischen Lohnherstellers können mit einem Nitrosamin verunreinigt sein.

Günter Wagner, Facharzt für Allgemeinmedizin, Gelsenkirchen
Alle Valsartan-haltigen Arzneimittel müssen vom Markt genommen werden
Foto: Pranjal Mahna (unter CC BY-NC-ND 2.0)

Nitrosamine werden von der WHO und EU als krebserregend beim Menschen eingestuft. Völlig offen lassen die Behörden, wie stark die Verunreinigung ist. Tatsache ist auch, dass der Hersteller das Produktionsverfahren bereits 2012 geändert hat und möglicherweise verunreinigte Arzneimittel bereits seit Jahren auf dem Markt sind.

 

Zurückgerufen werden nur Arzneimittel, die von dieser chinesischen Firma hergestellt werden. Es ist derzeit nicht absolut sicher, dass andere Hersteller nicht auch betroffen sind. Deshalb müssen alle Valsartan-haltigen Arzneimittel vom Markt genommen werden.

 

Mein dringender Rat an die Patienten ist: gehen Sie zu Ihrem Arzt und lassen Sie sich auf ein anderes Medikament aus der Wirkstoffklasse der Sartane einstellen (z.b. Losartan oder Candesartan). Bitte nicht abrupt absetzten, da dann der Blutdruck plötzlich in die Höhe schießen kann.

 

Es ist nicht akzeptabel, dass die Behörden nicht sofort alle Valsartan-haltigen Arzneimittel vom Markt nehmen. Die Öffentlichkeit wird hingehalten. In vielen Zeitungen erscheinen Artikel, die die Patienten beschwichtigen sollen. Es müssen sofort alle Informationen bekannt gegeben werden. Der dringende Verdacht besteht, dass die Profite der Pharmaindustrie geschützt werden sollen und diese wichtiger sind als die Gesundheit der Menschen.

 

Das Rote Fahne Magazin 7/2018 schreibt dazu auf Seite 14: "In Indien gibt es Hightech-Betriebe, die oftmals einzelne Produktionsschritte an kleine Hinterhof-Betriebe auslagern. Unter unsäglichen hygienischen Bedingungen wird dort für einen Hungerlohn gearbeitet. Nur so konnten die internationalen Pharmamonopole die Produktionskosten auf zehn Pr0zent der früheren Werte drücken.“