Neue Halberg Guss

Neue Halberg Guss

Nein zur Schlichtung für Arbeitsplatzvernichtung!

Auch die sechste Verhandlungsrunde über einen Sozialtarifvertrag zwischen der Geschäftsführung von Neue Halberg Guss und der IG Metall endete am Dienstag ohne Ergebnis.

Von gp

Die Belegschaften von Neue Halberg Guss (NHG) in Leipzig und Saarbrücken streiken bereits sechs Wochen und erhalten dafür viel Zustimmung und Anerkennung aus anderen Betrieben und der Bevölkerung. Allerdings für die Forderung nach einem Sozialtarifvertrag, eine Taktik des IG Metall-Vorstandes, mit der letztlich die geplante Schließung des Werkes in Leipzig und die Vernichtung weiterer Arbeitsplätze hingenommen wird.

"Wahnsinn" Streik?

In der Kölner Deutz AG, die Motoren für Bau- und Landwirtschaftsfahrzeuge herstellt, droht wegen des Streiks Produktionsstopp. Die Deutz AG hat deswegen am letzten Wochenende mit 21 Kunden von Deutz eine Anzeige gestartet, wo sie die Belegschaft von NHG aufrufen, „dem Wahnsinn eine Ende zu machen“.

 

Der Streik ist kein „Wahnsinn“, sondern ein berechtigter Kampf gegen die Pläne von NHG. Nach dem ergebnislosen Ende der sechsten Verhandlung hat sich die IG Metall heute allerdings mit der NHG-Geschäftsführung auf ein Schlichtungsverfahren geeinigt. 

Schlichtung bedeutet Akzeptanz von Werkschließung und Arbeitsplatzvernichtung

Die beiden Bezirksleiter der IG Metall Mitte bzw. Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jörg Köhlinger und Olivier Höbel, erklärten ihre Bereitschaft, den Streik mit Beginn der Schlichtungsverhandlungen auszusetzen. Bei der Schlichtung geht es lediglich um die Höhe der Abfindungen, Beschäftigungsgesellschaften und einen Treuhandfonds – nicht aber um die Verteidigung der Arbeitsplätze!

 

Ein solcher Kampf kann nur erfolgreich geführt werden, wenn die Belegschaft den gewerkschaftlichen Rahmen durchbricht und zum selbständigen Streik übergeht. Aufgrund des in Deutschland fehlenden Streikrechts darf die IG Metall nicht zum Streik für den Erhalt der Arbeitsplätze aufrufen - weil dies nicht in einem Tarifvertrag geregelt wird. Notwendig ist deshalb unbedingt ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht!