Bilanz-Pressekonferenz Deutsche Bahn (DB)

Bilanz-Pressekonferenz Deutsche Bahn (DB)

GDL: „Trendwende reicht nicht“

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat eine Pressemitteilung zur Bilanz-Pressekonferenz der Deutschen Bahn (DB) herausgegeben.

GDL

Der Schienengüterverkehr schwächelt weiter. DB Cargo fuhr im ersten Halbjahr einen Verlust von 127 Millionen Euro ein. Der DB-Vorstandsvorsitzende Richard Lutz machte dafür den Bahnstreik in Frankreich und den Sturm Friederike verantwortlich, räumte aber in der gestrigen Halbjahres-Bilanz-Pressekonferenz in Berlin auch „hausgemachte Schwächen“ ein. Logistikvorstand Alexander Doll kritisierte: „Zu viele Güterzüge stehen herum und der Einsatz der Lokführer muss effizienter werden.“ Wie er sich letzteres vorstellt, hat er trotz Nachfrage allerdings nicht beantwortet. „Unsere Lokomotivführer erledigen ihre Arbeit pünktlich und zuverlässig. Die angeblich fehlende Effizienz liegt somit am Management. Hier kann in der Tat einiges verbessert werden“, so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky.

Einstellungsoffensive reicht nicht

...Weselsky begrüßt die Trendwende: „Es ist gut, dass die Bahn endlich mehr Lokomotivführer und Zugbegleiter einstellt. Sie reicht aber nicht, um dauerhaft einen ausgeglichenen Bestand an Zugpersonal zu generieren.“ Nach einem jahrzehntelangen Personalabbau – vor eineinhalb Jahren sollten noch 400 Lokomotivführer-Stellen im Schienengüterverkehr gestrichen werden – können Züge nicht abgefahren werden, weil die Lokomotivführer fehlen. Verstärkt wird das Problem durch das hohe Durchschnittsalter der Lokomotivführer. Es beträgt fast 50 Jahre, sodass in den kommenden Jahren viele in Ruhestand gehen – und das bei einem leergefegten Stellenmarkt. Weselsky: „Langfristig ist qualifiziertes und engagiertes Zugpersonal nur mit guten Entgelt- und Arbeitsbedingungen zu halten – und dafür steht die GDL. Die Tarifverhandlungen stehen vor der Tür.“