Solingen

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"Als erstes sahen wir Leichen im Meer…"

"Als erstes sahen wir Leichen im Meer…" So begann bei der Solinger Seebrücke-Solidaritätsveranstaltung am 4. August der beeindruckende Bericht des Solinger Arztes Dr. Christoph Zenses von seiner Arbeit auf einem Seenotrettungsschiff im Mittelmeer.

Von cg
"Als erstes sahen wir Leichen im Meer…"
Der Seebrücke-Protest in Solingen (rf-foto)

Dr. Zenses berichtete von ca. 500 Menschen, die von dem Schiff gerettet wurden, auf dem er arbeitete.

 

Empört haben ihn die bestialischen Folterspuren der Flüchtlinge aus Libyen sowie der menschenfeindliche Einsatz der libyschen und Frontex-Truppen: So seien sie mitten in der Nacht von der Einsatzzentrale in Rom dringend aufgerufen worden, ein seeuntaugliches Schlauchboot in den libyschen Küstengewässern zu retten. Sie fanden es mit Scheinwerfern und setzten Boote aus. Dann kam ohne Scheinwerfer die libysche Küstenwache heran und forderte das Rettungsschiff auf, sofort die libyschen Hoheitsgewässer zu verlassen - nur die Schlauchboote dürften bleiben. Der Kapitän weigerte sich und führte die Rettung dennoch durch - großer Beifall der Zuhörenden.

Die Bundesrepublik Deutschland ruiniert die Länder Afrikas

Eindrucksvoll berichtete auch ein Sprecher der Flüchtlingsorganisation „Karawane“ aus Wuppertal davon, dass es gerade die Bundesrepublik Deutschland und die europäischen Länder sind, die durch Waren- und Kapitalexporte die Länder Afrikas ruinieren und zum Auslöser für die Flucht werden. Der Sprecher von Caritas prangerte die Parteien mit dem "C“ im Namen an, dass sie die Ideale des Christentums mit Füßen treten und forderte eine humanitäre Flüchtlingspolitik ... Begrüßt wurde die Erklärung des Oberbürgermeisters, leer stehende Flüchtlingsunterkünfte der Stadt für Flüchtlinge aus der Seenotrettung zu öffnen.

 

Trotz größter Mittagshitze um 14 Uhr kamen am Samstagnachmittag ca. 250 Leute aus breiten Teilen der Bevölkerung.