Hiroshima-Tag

ICOR-Aktionstag gegen Faschismus und Krieg in Ländern Asiens

Die USA brüsten sich stets als "Weltpolizist", der international für "Demokratie" und "Ordnung" sorgt - sei es in Vietnam, im Irak, in Afghanistan oder jetzt in Syrien.

Von gof
ICOR-Aktionstag gegen Faschismus und Krieg in Ländern Asiens
Atompilz nach einem Bombenversuch (foto: gemeinfrei)

Dabei sind sie das einzige imperialistische Land, das Massenvernichtungswaffen im großen Stil eingesetzt hat. Dafür steht der Napalm-Einsatz in Vietnam, vor allem aber der erstmalige Einsatz von Atombomben in Hiroshima und Nagasaki vor 73 Jahren. Diese bis heute auch einzigen Atombombenangriffe in der Geschichte der Menschheit waren zweifellos ein Kriegsverbrechen des US-Imperialismus.

 

Am 6. August 1945, morgens um 8.15 Uhr, warf der US-Bomber „Enola Gay“ im Rahmen des II. Weltkriegs die Atombombe „Little Boy“ über der japanischen Großstadt Hiroshima ab. Die Bevölkerung von Hiroshima ahnte nichts von diesem Angriff und erst recht nichts von den verheerenden, bis zu diesem Zeitpunkt unvorstellbaren Vernichtungskräften einer solchen Waffe.

Das Mahnmahl in Hiroshima (foto: gemeinfrei)
Das Mahnmahl in Hiroshima (foto: gemeinfrei)

In Kürze

  • Der Atombombenabwurf geschah, damit die sozialistische Sowjetunion keinen"Zugriff" auf Japan bekam
  • Auch heute rüsten die führenden Imperialisten ihr Atomwaffenarsenal auf
  • 6. August einer der drei Termine des ICOR-Kampftags gegen Faschismus und Krieg

Denn das faschistische Japan war militärisch und wirtschaftlich am Ende und die Sowjetunion stand bereits kurz davor, mit ihren Truppen auf japanisches Territorium vorzudringen. Die US-Imperialisten mit US-Präsident Harry S. Truman wollten einem siegreichen Vorstoß der sozialistischen Sowjetunion zuvorkommen und Japan ihrem Einflussbereich einverleiben. Nach den Atombombenabwürfen kapitulierte das japanische Regime dann auch vor den USA.

 

Die Zahl der Opfer von Hiroshima und Nagasaki ist schwer zu erfassen. Unmittelbar starben geschätzt 100.000 Menschen direkt bei den Explosionen. Weitere 130.000 bis Ende des Jahres 1945 an Verbrennungen, anderen Verletzungen und besonders an den Schäden durch radioaktive Strahlung. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten kamen noch viele weitere aufgrund der Spätschäden dazu.

Gedenken in Hiroshima

Deshalb gedenken die Menschen in Hiroshima und weltweit auch nach 73 Jahren den Atombomben-Abwürfen und fordern eine Welt ohne Atomwaffen. Bei der zentralen Gedenkzeremonie in Hiroshima rief Bürgermeister Kazumi Matsui unter anderem dazu auf, durch "Dialog und Kooperation eine Welt ohne Atomwaffen" zu schaffen. Ein Appell, der angesichts der atomaren Hochrüstungspläne führender imperialistischer Länder - wie insbesondere der USA, aber auch Russlands - ein frommer Wunsch bleiben wird.

 

Die unverhohlenen Drohungen der US-Regierung unter Donald Trump mit dem Ersteinsatz von Atomwaffen - zunächst gegen Nordkorea, zuletzt gegen den Iran - zeigen, wie die allgemeine Gefahr eines atomaren Weltkriegs wächst. Die von Trump mit Nordkorea und Russland begonnenen Verhandlungen stehen keineswegs im Widerspruch dazu, vielmehr stehen sie im Zeichen eines verstärkt aggressiven Vorgehens gegen China.

Bundesregierung mauert bei Anti-Atomwaffen-Vertrag

Vertreter der Bundesregierung vergießen Krokodilstränen über die Schrecken des Atombombenabwurfs von Hiroshima. Allerdings weigert sich die Regierung bis zum heutigen Tag, den von der Anti-Atombewegung ICAN initiierten Vertrag zur weltweiten Ächtung von Atomwaffen zu unterzeichnen. Er wurde 2017 von der UN-Generalversammlung beschlossen und mittlerweile von 59 Staaten unterschrieben.  

 

Viele Menschen, die heute des ersten Atombombenabwurfs gedenken, unterschätzen aber auch die Gefahr eines atomaren Kriegs - weil sie meist den Herrschenden nicht zutrauen, die Menschheit in den Abgrund zu stürzen. Die Geschichte zeigt aber, dass die Imperialisten davor unter Umständen nicht zurückschrecken. Heute verschärft sich sprunghaft der zwischenimperialistische Konkurrenzkampf - vor allem durch die Herausbildung neuimperialistischer Länder.

Neue taktische Atomwaffen sollen Atomkrieg "führbar" machen

Imperialistische Kriege sind die Fortsetzung der imperialistischen Politik mit anderen Mitteln. Dass heute vor allem neue taktische Atomwaffen entwickelt werden, zielt gerade darauf machen, die Schwelle für ihren Einsatz herabzusetzen und einen Atomkrieg "führbar" zu machen.

 

Vor der Skrupellosigkeit und Menschenfeindlichkeit des Imperialismus darf man auf keinen Fall die Augen verschließen. Vielmehr kommt es darauf an, eine neue Friedensbewegung aufzubauen, die sich gegen alle imperialistischen Mächte richtet und die den Kriegstreibern in die Hände fallen kann.

Es geht um mehr als Gedenken

Der Kampftag der revolutionären Weltorganisation ICOR gegen Faschismus und Krieg findet je nach Weltregion am 8./9. Mai  (dem Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismus), am 6. August (Hiroshima-Tag) oder am 1. September (Internationaler Antikriegstag) statt.

 

Am heutigen Hiroshima-Tag wird dieser Kampftag vor allem in verschiedenen Ländern Asiens begangen. Dabei geht es um weit mehr als um Gedenken. Es ist vor allem ein Tag des Kampfes und des Widerstands gegen die allgemeine Tendenz der imperialistischen Kriegsvorbereitung.

Aufruf der ICOR

In ihrem Aufruf zu den diesjährigen Kampftagen gegen Faschismus und Krieg vom 9. Mai 2018 schreibt die ICOR : „Nach dem Ende des II. Weltkrieges mit über 55 Millionen Toten waren sich die Volksmassen auf der Welt einig: Es darf nie wieder einen imperialistischen Weltkrieg geben. Im krassen Gegensatz dazu entwickelt sich seit einiger Zeit eine allgemeine Tendenz der imperialistischen Kriegsvorbereitung, die die allgemeine Kriegsgefahr deutlich erhöht. …

 

Hauptgrund für ihre wachsende Aggressivität ist ihr Rückfall im imperialistischen Konkurrenzkampf mit China. Dafür wird ein Handelskrieg mit den Rivalen angezettelt und versucht, Macht- und Einflusssphären Russlands zurückzudrängen. Die USA und Russland modernisieren ihre Atomwaffen mit dem Ziel, Erstschlagsqualität zu gewinnen.“

Deshalb fordert der Aufruf:

„Die enge Zusammenarbeit mit anderen fortschrittlichen Kräften schuf weitere Grundlagen für den Aufbau einer weltweiten antiimperialistischen, antifaschistischen Einheitsfront. ... Unsere Perspektive liegt im Sturz des Imperialismus, der die Ursache für die wachsende Kriegsgefahr ist.“

 

In Deutschland wird dafür der kommende Antikriegstag am 1. September ein wichtiges Datum werden.