Buchenwald

Erfolg: Gedenkstätte antwortet auf Resolution des Sommercamps

Jedes Jahr machen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des REBELL-Sommercamps antifaschistische Bildungsfahrten in die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Buchenwald. Am 5. August 2018 wurde die Führung, die das Sommercamp mit dem bekannten Antifaschisten Klaus Dimler in Buchenwald durchführte, von drei Frauen antikommunistisch angegriffen. Sie organisierten einen unwürdigen Eklat.

Korrespondenz aus Truckenthal
Erfolg: Gedenkstätte antwortet auf Resolution des Sommercamps
Revolutionäres antifaschistisches Gedenken ist wichtiger denn je (foto: REBELL)

Das Sommercamp verabschiedete eine Resolution an die Gedenkstätte, in der es heißt:

 

"Neben dem Krematorium, in dem die Faschisten Zehntausende Menschen verbrannt hatten, und kurz nachdem Klaus Dimler uns erklärt hatte, wie hier sein Vater von der SS gefoltert worden war, stellten sie in Frage, dass er berechtigt sei, Führungen durchzuführen. Außerdem war Klaus schon am Empfang der Gedenkstätte skeptisch über seine Berechtigung, Führungen durchzuführen, befragt worden. Sein Vater Kurt Dimler saß von 1939 bis 1945 in Buchenwald ein, war unvorstellbaren Qualen ausgesetzt und war Teil des mutigen kommunistischen Widerstands. Er war Mitglied des illegalen internationalen Lagerkomitees, dass die Selbstbefreiung des KZ's Buchenwald organisierte. So wurden ca. 21.000 Häftlinge vor dem sicheren Tod gerettet. Sein Sohn Klaus ist Mitglied der LAG (Lagerarbeitsgemeinschaft) Buchenwald, hat detaillierteste Kenntnisse über die gesamte Geschichte Buchenwalds. Wir protestieren entschieden gegen diese unverschämte Attacke! ... Wir sprechen uns gegen jeden Versuch aus, das antifaschistische Gedenken in Buchenwald in irgendeiner Form antikommunistisch zu beschränken. Wir verteidigen Klaus Dimler, dessen Integrität und Ansehen angegriffen wurde. Wir werden auch weiterhin Jugendbildungsreisen nach Buchenwald machen. Revolutionäre antifaschistische Aufklärungsarbeit ist unter Jugendlichen heute nötiger denn je."

 

Hier auf der Webseite des Jugendverbands REBELL steht die Resolution in voller Länge

 

Jetzt hat die Gedenkstätte, die vom REBELL um ein Gespräch gebeten worden war, auf den Brief und auf die Resolution geantwortet, und sich entschuldigt:

 

"Vielen Dank für ihre Informationen. Nur durch Ihre Kritik, ist es uns möglich, Fehlern nachzugehen. Selbstverständlich ist es in der Gedenkstätte Buchenwald erlaubt, Führungen wie Sie Herr Dimler vorgenommen hat, durchzuführen.

 

In den letzten Monaten ist es in der Gedenkstätte leider häufig vorgekommen, dass kommerzielle Anbieter, noch dazu mit sehr schlecht ausgebildeten Mitarbeitern, den historischen Ort nutzen wollten, um an ihm Geld zu verdienen. Ein Umstand, den wir aus inhaltlichen und grundsätzlichen Gründen nicht wünschen. Ich vermute, dass dies der Hintergrund des für Sie unangenehmen Vorfalls ist.

 

Wir werden dem aber noch nachgehen und sehen, welche freien oder festen Mitarbeiter an Ihrem Besuchstag in der Gedenkstätte Dienst hatten, um den unangemessenen Vorfall zu rekonstruieren.

Bislang bleibt mir nur, mich dafür bei Ihnen zu entschuldigen. Ich werde mich wieder bei Ihnen melden, wenn wir mehr wissen.

Mit freundlichen Grüßen

Rikola-Gunnar Lüttgenau"