Montagsdemo Stuttgart

Solidarität mit Grup Yorum

Die Montagsdemo für eine lebenswerte Zukunft am 30. Juli machte die Solidarität mit der von einem generellen Auftrittsverbot in Deutschland bedrohten türkischen Musikgruppe Grup Yorum zu einem ihrer Hauptthemen und verabschiedete folgende Resolution:

Korrespondenz aus Stuttgart
Solidarität mit Grup Yorum
Grup Yorum auf dem Rebellischen Musikfestival 2018 in Truckenthal (rf-foto)

"Montagsdemo Stuttgart für eine lebenswerte Zukunft solidarisch mit Grup Yorum gegen Auftrittsverbot und Verfolgung ihrer Mitglieder. Vor 33 Jahren nach dem Militärputsch in der Türkei gegründet, haben Grup Yorum inzwischen sechs Millionen Tonträger verkauft und vor Millionen Menschen gespielt. All die Jahre waren und sind sie staatlicher Verfolgung ausgesetzt: Konzerte werden in der Türkei verboten, Einreiseverbote in andere Länder verhängt, Bandmitglieder wurden verhaftet und ihre Kulturzentren überfallen.

Innenministerkonferenz: Tagesordnungspunkt Grup Yorum

Dieses Jahr hat das faschistische Erdoğan-Regime ein Kopfgeld auf mehrere Mitglieder von Grup Yorum ausgesetzt. Anfang Juni wurde der linken Band Grup Yorum eine besondere ‚Ehre‘ zuteil: Die Innenminister von Bund und Ländern widmeten ihr auf ihrer Konferenz in Quedlinburg einen eigenen Tagesordnungspunkt mit dem Ergebnis, dass Auftrittsverbote auch in Deutschland gerechtfertigt sind.

Wichtiger Sieg gegen die Diffamierung und Kriminalisierung der MLPD

So werden Mitglieder der Band und auch Unterstützer ihrer Konzerte von der deutschen Justiz verfolgt und kriminalisiert, wie das zuletzt auch beim Rebellischen Musikfestival an Pfingsten in Thüringen versucht wurde. Dort hatten fünf Leute, als erster Stefan Engel, langjähriger Parteivorsitzender der MLPD, sogenannte "Gefährderbriefe" erhalten -  mit der Androhung drastischer Strafen, falls sie nicht verhindern, dass Grup Yorum auftritt. Doch das Konzert wurde erfolgreich durchgekämpft - ein wichtiger Sieg in der Verteidigung demokratischer Rechte und gegen die zunehmende Kriminalisierung und Diffamierung der MLPD.

 

Der deutsche Staat und führende deutsche Unternehmen haben ein Interesse an einer stabilen Regierung in der Türkei und sind deshalb bereit, Repressionen und Unterdrückung dort mitzutragen. Die systematische Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren zwischen den Behörden beider Länder bezieht sich auch auf die Unterdrückung regimekritischer Organisationen hierzulande. Wir Montagsdemonstranten können nichts verwerfliches darin sehen, dass Grup Yorum sich für eine sozialistische Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung einsetzt. Revolution ist kein Verbrechen! Hoch die internationale Solidarität!"