Bochum

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Protesterklärung zur Wohnungspolitik

Einstimmig verabschiedeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bochumer Montagsdemo am 13. August 2018 eine Protesterklärung an die VBW Bauen und Wohnen GmbH.

Bochumer Montagsdemo

"Wir protestieren gegen Ihre jetzige Wohnungspolitik", heißt es darin.

 

"In Bochum gibt es nur rund 14.000 öffentlich geförderte Wohnungen (Sozialwohnungen). Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben aber fast ein Drittel aller Haushalte: über 60.000. Für die fast 30.000 Haushalte, die von Transferleistungen (Hartz IV oder Grundsicherung) leben, sind Sozialwohnungen für 5,25 € pro qm schon zu teuer. Im Schnitt kostet ein 2,5-Zimmer-Wohnung mit normalem Standard 350,00 Euro Kaltmiete, Wohnungen für 5,25 € Kaltmiete pro qm werden kaum noch angeboten.

 

Ihr Unternehmen setzt eher auf Luxusmodernisierungen, als ausreichend bezahlbaren Wohnraum auch für Menschen mit geringem Einkommen zu schaffen, z.B. wurden von Ihrem Unternehmen modernisierte 2,5-Raum-Wohnungen (ca. 50 qm) an der Neuhofstraße/Im großen Busch in Bochum-Weitmar für rd. 500,00 Euro oder mehr Gesamtmiete (einschl. Heizung) angeboten. Das ist insbesondere für alleinstehende Empfänger von Transferleistungen, aber auch für Rentner mit geringer Rente sowie für Beschäftigte mit einem Einkommen, das knapp über der Grundsicherung liegt, nicht zu finanzieren.

 

Obwohl die Stadt Bochum als kommunaler Träger an Ihrer Gesellschaft mit 80% Anteil Gesellschafter ist, sollen jährlich nur 200 Sozialwohnungen neu entstehen. Das ist gemessen an den 30.000 Haushalten mit geringem Einkommen viel zu wenig ...

 

Besonders unglaubwürdig ist die jetzt bekannt gewordene Ausrede, für die Erstellung der Sozialwohnungen fehle es an qualifizierten Handwerkern wie z.B. Installateuren. Dann müssten diese Handwerker auch bei dem Bau der regulären Miet- und Eigentumswohnungen fehlen. Überall in Bochum werden zur Zeit neue Gebäude erstellt, zum größten Teil teure Seniorenwohnanlagen oder Eigentumswohnungen.

 

Die Bochumer Montagsdemo verurteilt diese Wohnungsbaupolitik der Profitmaximierung auf Schärfste! Bezahlbarer Wohnraum ist ein Grundrecht! Wir fordern daher ausreichend bezahlbaren Wohnraum."