Streik bei den Unikliniken

Provokativer Abbruch der Gespräche

In der letzten Woche haben ver.di, die Vertreter der Unikliniken Essen und Düsseldorf und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) vorbereitende Gespräche für Verhandlungen über einen Vertrag zur nachhaltigen Entlastung des Pflegepersonals geführt.

Von gp
Provokativer Abbruch der Gespräche
Streikende im Juni vor dem Essener Hauptbahnhof (rf-foto)

Am Dienstag haben die Unikliniken und die TdL diese Gespräche ohne Begründung provokativ abgebrochen und angekündigt, keine Vereinbarung über Entlastungsmaßnahmen für Pflegekräfte an den beiden Unikliniken mit ver.di vereinbaren zu wollen. (siehe Rote Fahne News)

 

Am 14. August haben über 400 streikende Pflegekräfte vor dem Düsseldorfer Rathaus demonstriert und den Oberbürgermeister aufgefordert, Einfluss auf die Leitung der Uniklinik zu nehmen. Das provokative Verhalten der Verantwortlichen in den Unikliniken und der TdL spitzt die Auseinandersetzung zu. Sie nehmen bewusst in Kauf, dass trotz Notbesetzung Tausende Operationen verschoben, ganze Stationen geschlossen werden müssen!

 

Seit Montag stimmen die Beschäftigten der Uniklinik in Bad Homburg (Saar) über einen unbefristeten Streik zur Durchsetzung eines Tarifvertrages zur Entlastung des Pflegepersonals ab. Die Urabstimmung läuft bis zum 12. September 2018. Die MLPD hat sich wiederholt solidarisch hinter diese gewerkschaftliche Initiative gestellt. Ihre Mitglieder in Betriebsgruppen tragen ihn mit und stehen mit vorne dran. Eine streikende Pflegerin in Düsseldorf zur aktuellen Entwicklung: „Wenn die Klinikleitungen glauben, uns in die Knie zwingen zu können, täuschen sie sich. Jetzt werden wir erst Recht unseren Streik fortsetzen. Unser Streik betrifft alle Kliniken. Deshalb fände ich gut, wenn ver.di das bundesweit aufgreifen und ausweiten würde.“ Trotz aller Spaltungsversuche findet der Streik bei den Patientinnen und Patienten sowie in der Bevölkerung große Unterstützung. Ein ehemaliger Patient der Düsseldorfer Uniklinik hat einen Offenen Brief verfasst, der von über 200 Patientinnen und Patienten unterschrieben wurde. Er hat außerdem aus eigener Tasche den Brief per Anzeige in den Düsseldorfer Zeitungen, der Rheinischen Post, NRZ, WZ und im Express veröffentlicht.

Hier gibt es den Inhalt des Offenen Briefs!