Leipzig / Saarbrücken

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Schlichtung bei Neue Halberg Guss verschoben

Nach der vierten Verhandlungsrunde am 10. August 2018 hat der als Schlichter tätige ehemalige Arbeitsrichter Lothar Jonas die Schlichtung bei Neue Halberg Guss auf den 22. August vertagt.

Von gp

Neue Halberg Guss will das Werk in Leipzig mit 700 Beschäftigten schließen und im Werk Saarbrücken 300 Arbeitsplätze vernichten. Wesentlicher Inhalt der Verhandlungen ist ein Sozialtarifvertrag, der die Höhe der Abfindungen und einen Treuhandfond für Saarbrücken zur "Abfederung" der Vernichtung von Arbeitsplätzen regeln soll. Gegen die Schließung haben die Belegschaften vor der Schlichtung einen entschlossenen sechswöchigen Streik geführt.

 

Als Grund für die Vertagung werden „sich ändernde Rahmenbedingungen“ genannt – was damit gemeint ist, bleibt im Dunkeln. Zuvor hatte die IG Metall mit der Wiederaufnahme des Streiks gedroht, wenn die Geschäftsleitung von Neue Halberg Guss sich nicht bewege. Neue Halberg Guss wiederum drohte damit, dass bei einer Wiederaufnahme des Streiks Kunden die ihnen gehörenden Maschinen abziehen werden.

 

Die Verhandlungen bestätigen die Kritik, dass mit einem Sozialtarifvertrag bestehende Arbeitsplätze nicht verteidigt werden können. Viele Kolleginnen und Kollegen hatten nur zähneknirschend und mit großen Bauchschmerzen einer Aussetzung ihres Streiks für die Schlichtung zugestimmt.

 

Immer wieder nahmen sich Belegschaften in der Vergangenheit das Recht auf selbständige Streiks, obwohl es dafür keinen gesetzlichen Rahmen gibt. Jetzt ist eine Wiederaufnahme des Streiks mit einer höheren Qualität und selbständigen Organisiertheit geboten. Die MLPD verfügt über das dafür notwendige Know-how, das sie den Kolleginnen und Kollegen gerne zur Verfügung stellt, ebenso wie die Organisierung einer bundesweiten Solidarität, sollten die Beschäftigten zu diesem notwendigen und mutigen Schritt entscheiden.