Chemnitz

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Staatsorgane geben dem rechten Mob Spielraum

Die folgende Korrespondenz aus Chemnitz vom gestrigen 27. August schildert, wie die anwesenden „Sicherheitskräfte“ einem rechten Mob aus faschistischen Hooligans Spielraum zum Angriff auf Antifaschisten lassen.

Korrespondenz aus Chemnitz
Staatsorgane geben dem rechten Mob Spielraum
Menschenjagd in Chemnitz: Ein faschistischer Schläger greift einen Migranten an (foto: screenshot)

Die faschistischen Schläger sind gut vernetzt. Ihre Beziehungen und Verbindungen sind der Polizei und dem Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ seit Jahren bestens bekannt - nicht zuletzt durch ihre V-Leute. Deshalb ist die jetzt vorgeschobene Rechtfertigung der Polizei, man habe das Ausmaß faschistischer Gewalt unterschätzt, nicht glaubwürdig.

 

Die sächsische Regierung unter Michael Kretschmer (CDU), deren Staatsapparat mit Faschisten und Ultrareaktionären durchsetzt ist, fördert faschistische Gewaltausbrüche, wie die von Chemnitz, offensichtlich. Die Krokodilstränen wegen der faschistischen Ausschreitungen nehmen viele Kretschmer nicht ab. Seit Jahren werden Menschen, die vor den Faschisten warnen als "Netzbeschmutzer", die den Tourismus stören, beschimpft.

 

Weiter überführt unser Korrespondent die von den bürgerlichen Massenmedien einheitlich gebrachten Meldungen der sächsischen Polizei von „gewaltbereiten rechten und linken Gruppen" als Fake-News. Die Aggression ging und geht eindeutig von rechten Hooligans aus:

Polizei schickt Migrantinnen und Migranten aus der Innenstadt

Kurzfristig kam der Aufruf zur Gegendemonstration, trotzdem nahmen etwa 1.000 Menschen daran teil. Eine Migrantin berichtet, wie sie sich am Vortag in der Innenstadt bedroht fühlte, und von der Polizei aufgefordert wurde, die Innenstadt zu verlassen. "Wir können sie nicht schützen." Es kam zu vielen Angriffen auf ausländisch aussehende Menschen.

 

Am Montag, 27. August, an der Brückenstraße, standen sich beide Lager gegenüber, laute antifaschistische Sprechchöre versuchen die Hetze auf der anderen Seite zu stören.

Faschisten attackieren - Polizei bewegt sich im Schneckentempo

Von der Seite der Rechten durchbricht ein großer Block von Faschisten die dort dünne Polizeikette und stürmt auf die Antifaschisten los. Böller werden geworfen. Es gibt Verletzte auf Seiten der Antifaschisten. Gemächlich bewegt sich ein Trupp Polizei auf die Stelle zu. Auch zwei Wasserwerfer kommen angefahren, im Schneckentempo. Manche erinnern sich der Szenen  vom  G20-Gipfel letztes Jahr in Hamburg, als die Polizei gegen fortschrittliche Demonstranten stets im Spurt zur Stelle war.

Polizei kesselt die Innenstadt ein

Die Faschisten fühlen sich sicher. "Das ist unsere Stadt." "Hier marschiert der nationale Widerstand." Breit belegen sie die Straße, einschließlich der Gehwege. Menschen an der Bushaltestelle nehmen Reißaus. Von wegen, dass die Faschisten-Demo von der Polizei "begleitet" wird - die ist damit beschäftigt, großräumig die Innenstadt abzusperren, um die Antifaschisten fernzuhalten. Polizeiwannen stehen da Stoßstange an Stoßstange. Trotz offensichtlicher Straftaten schreitet die Polizei nicht ein. Auch Passanten, die vom Einkaufen kommen, können nicht mehr aus dem Innenstadtbereich heraus. Faktisch ein riesiger Polizeikessel.

 

Das Kräfteverhältnis gestern entspricht nicht der Grundhaltung der Mehrheit in Chemnitz. Vor allem die Gewerkschaften haben gefehlt, und die Antifaschisten können die Masse der Bevölkerung nicht in so kurzer Zeit erreichen, wie die Faschisten über ihre sozialen Netzwerke. Chemnitz ist antifaschistisch, doch die Staatsorgane geben dem rechten Mob Spielraum.