Türkei

Ein Brief aus der Haft

Von den 30.000 Bauarbeitern, die seit dem 13. September 2018 mutig und entschlossen um menschlichere Arbeits- und Lebensbedingungen auf der Baustelle des 3. Istanbuler Flughafens kämpfen, befinden sich 24 immer noch in Haft. Sie haben sich vorgestern in einem Brief bei allen, die sie unterstützen, bedankt.

Korrespondenz aus Essen
Ein Brief aus der Haft

Sie schreiben:

 

„Unsere Forderung sind das Menschlichste, was man sich denken kann, aber man hat darauf mit großer Brutalität geantwortet. Mitten in der Nacht wurden die Türen zu unseren Schlafräumen aufgebrochen und wir wurden festgenommen. Bei den Vernehmungen im Werksschutzgebäude der İGA  hat man uns mit Knüppeln traktiert, uns beschimpft und beleidigt. Man hat uns, weil wir menschenwürdig arbeiten und menschenwürdig leben wollen, ungerechterweise verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Wir sind nicht der Meinung, dass wir uns irgendetwas haben zuschulden kommen lassen. Etwas zu fordern, was unser gutes Recht ist, ist doch kein Verbrechen! Die eigentlich Schuldigen sind die İGA-Bosse, die uns Arbeiter in unmenschliche Arbeitsbedingungen zwingen!

 

Wir rufen aus der Haft der Öffentlichkeit zu: Seid unbesorgt, wir sind guter Stimmung, und unser Kampfgeist ist ungebrochen. Wir grüßen alle Freunde, die uns in der Öffentlichkeit eine Stimme geben. Bauarbeiter sind keine Sklaven!"

 

Die in Haft befindlichen Bauarbeiter des 3. Flughafens und Gewerkschaftsvertreter von İnşaat İş