Massenvergewaltigungen

Friedensnobelpreis für kongolesischen Arzt

Einer der beiden diesjährigen Friedensnobelpreis-Träger ist der kongolesische Frauenarzt Dr. Denis Mukwege.

Von rem

Er gründete 1999 in Bukavu im Ostkongo ein Krankenhaus und behandelt dort Mädchen und Frauen, die durch Gruppenvergewaltigungen und physische Unterleibsschändung - eine gezielte, perfide Kriegswaffe - oftmals schwer verletzt wurden. Dass er und sein Team schon über 40.000 Vergewaltigungsopfern geholfen haben, wirft ein Schlaglicht darauf, was für die Bevölkerung in dieser Region im Dauerkriegszustand abgeht.

 

Die Dunkelziffer liegt bei Weitem höher. Angeblich sind weder die kongolesische Regierung, noch die UN-Mission MONUSCO in der Lage, die Kriegswirren dort zu beenden, in deren Schatten große Mengen Rohstoffe illegal ins Ausland gelangen, vor allem das für die Handy-Produktion wertvolle Metall Coltan. Dr. Mukwege ist auch engagiertes politisches Sprachrohr der Opfer.

 

2012 rief er vor den Vereinten Nationen dazu auf, sexualisierte Kriegsgewalt zu verurteilen und die Verbrecher zu bestrafen. Danach entging er knapp einem Mordanschlag, kehrte aber mutig an seinen Arbeitsplatz zurück. Der diesjährige Friedensnobelpreis zeugt auch von der weltweit wachsenden und immer selbstbewussteren Frauenbewegung gegen Gewalt an Frauen.

 

Die MLPD hat auf ihrem letzten Parteitag ihr Parteiprogramm unter anderem in dieser Frage erweitert und setzt sich ausdrücklich gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe ein. In ihrem Programm fordert sie: "Ächtung und harte Bestrafung von Massenvergewaltigung als Kriegsmethode!"