RWE

4.000 Beschäftigte protestieren gegen drohenden Arbeitsplatzabbau

Am Samstag, 13.Oktober, hatte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz mit der Vernichtung von Arbeitsplätzen gedroht und auch Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen.

Von gp

Schmitz begründete seine Drohung mit dem vorläufigen Rohdungsstopp für den Hambacher Wald. Am Braunkohle-Tagebau Hambach würden angeblich  4.600 Arbeitsplätze hängen. Als Reaktion auf die Drohung von RWE haben heute Morgen nach Angaben der Gewerkschaft IGBCE 4.000 Arbeiterinnen und Arbeiter den Zugang zu drei Tagebauen und den Kraftwerken Weisweiler, Neurath und Niederaußem blockiert. Für nächste Woche ist laut Gewerkschaften eine Kundgebung geplant, Ort und Zeit stehen noch nicht fest.

Umweltschützer und die Belegschaft von RWE haben den gleichen Gegner

Gestern sind mehr als 30 Aktivisten in den Tagebau Hambach eingedrungen und haben sich mit Protestplakaten vor einen Bagger gesetzt, sodass die Produktion für eine Stunde unterbrochen werden musste. In Erkelenz-Keyenberg nahmen ebenfalls am Sonntag Hunderte Menschen an einem Protest-Spaziergang teil. Keyenberg ist eine von fünf Ortschaften, die dem Tagebau Garzweiler II weichen soll. An dem Spaziergang nahmen auch Beschäftigte der RWE teil, die den Braunkohlegegnern vorwarfen, ihre Jobs zu gefährden. Es sind aber nicht die Braunkohlegegner, die Arbeitsplätze gefährden, sondern RWE! RWE und auch die IGBCE-Führung erwecken den Eindruck, als ob es ihnen um die Arbeitsplätze der RWE-Beschäftigten gehe. Das ist ein großer Betrug. 

 

RWE geht es nur darum, den Zeitpunkt der Einstellung der Braunkohleförderung so weit wie möglich hinauszuschieben. Und die IGBCE-Führung hat vor allem ein Interesse daran, die Kumpels ruhig zu halten. Das hat sie mit der Zustimmung zur Stilllegung des Steinkohlebergbaus deutlich gezeigt.

 

Umweltschützer und die Kolleginnen und Kollegen von RWE haben den gleichen Gegner: RWE und die Regierung. Keine Arbeiterin und kein Arbeiter kann ein Interesse daran haben, dass von RWE allein aus Profitgründen massiv die Umwelt und damit die Zukunft von uns allen aufs Spiel gesetzt wird. Umweltschützer müssen die Sorgen der Kolleginnen und Kollegen um ihre Arbeitsplätze Ernst nehmen.

 

Die Eigentümer des Braunkohleabbaus, RWE, LEAG und MIBRAG müssen für die Kosten eines schnellstmöglichen Ausstieg aus der Braunkohleförderung und für die Schaffung von Ersatzarbeitsplätzen aufkommen! Der Kampf für Ersatzarbeitsplätzen auf Kosten der Braunkohlekonzerne kann einen Beitrag werden, die Spaltung von Umwelt- und Arbeiterbewegung überwunden werden. Dafür setzen sich die Umweltgruppen der MLPD ein.