Bergbau

"Fulminante Veranstaltung zum großen Bergarbeiterstreik 1997"

Die Kollegenzeitung "Vortrieb" für alle Schachtanlagen und weitere Bergbaubetriebe der Ruhrkohle AG (RAG) hat folgenden Artikel in ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlicht (Auszüge):

Aus Kollegenzeitung "Vortrieb"
"Fulminante Veranstaltung zum großen Bergarbeiterstreik 1997"
Stefan Engel und seine jugendliche Diskussionsgruppe (rf-foto)

Rund 600 Besucher, über 50 Aussagen von Zeitzeugen, die meisten aktive und ehemalige Bergleute und Bergarbeiterfrauen, tolle Filmsequenzen aus dem Streik 1997, kleine Power-Point-Vorträge zur Geschichte der Bergarbeiterbewegung, bewegende Lieder, Musikbeiträge und szenische Darstellungen, ein ganzes Feuerwerk von abwechslungsreichen Argumenten, Berichten, Kulturbeiträgen, kleinen Sketchen in der über drei Stunden dauernden mitreißenden Revue mit fünf Jugendlichen und Stefan Engel als öffentlichem Sprecher des Vortriebs - das zog die Zuschauer in ihren Bann und hielt sie in Spannung!

 

Darum herum Stände mit Essen und Trinken, mit Büchern , Bergbauutensilien, Fotoausstellungen, einem vielseitigen Vorprogramm und zum Abschluss Tanz - das war die Veranstaltung zum großen Bergarbeiterstreik 1997 am 6. Oktober auf dem Parkplatz der Horster Mitte.

 

Jugendliche fassten zum Schluss zusammen: Solch ein Streik kommt nicht einfach spontan. Schon nach dem Brand auf Hugo im Juni 1996 und der anschließenden Verseuchung von Bergleuten und Anwohnern mit Dioxin klärte der Vortrieb die Hintergründe auf, wurde zum Sprachrohr für Bergleute, die von der RAG skrupellos ohne Schutzkleidung "ins schwarze Loch" (die mit Dioxin verseuchten Bereiche) geschickt wurden. Damit wurde insbesondere die Glaubwürdigkeit der RAG als angeblich sozialverträglichstes Unternehmen weitgehend untergraben.

 

Das ganze seit Gründung der RAG 1968 aufgebaute Geflecht der Klassenzusammenarbeitspolitik musste dazu in allen Seiten systematisch zerpflückt werden. Die Kumpel waren gewöhnt zu warten "bis der Betriebsrat was macht." Das mussten sie überwinden. So berichtete ein ehemaliger Kollege von Ewald, wie der Betriebsrat ihnen zu Beginn des Streiks erzählte, sie "müssten die Füße stillhalten für die Verhandlungen von Hans Berger (damals IGBE-Vorsitzender) mit Kohl".

 

Hier gibt es den kompletten Artikel als pdf-Datei!