Darmstadt

Automobilarbeiterinnen und -Arbeiter nehmen die Zukunft in die eigenen Hände

Die bundesweite Delegiertenkonferenz der Internationalen Automobilarbeiterkoordination (IAWC) am 27. Oktober hat sich in einer Resolution gegen Rassismus, Faschismus, Kriegstreiberei und Spaltung in den Betrieben und für ein 9-Punkte-Programm positioniert.

Internationale Automobilarbeiterkoordination
Automobilarbeiterinnen und -Arbeiter nehmen die Zukunft in die eigenen Hände
Gesehen auf der 1. Automobilarbeiterkonferenz 2015 in Sindelfingen (rf-foto)

Die Situation fordert uns heraus, unser Profil zu präzisieren, zu schärfen und auszuweiten. Rechtsruck der Regierung heißt für uns: gegen jede Form von Rassismus, Faschismus, Kriegstreiberei, Spaltung in den Betrieben. Es muss und sollte auch für unsere IG Metall klar sein: allen Arten der Kriegsvorbereitung muss der Kampf angesagt werden. Die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung darf nicht nochmal Opfer kapitalistischer Kriege sein.

Neun Punkte

1. Strukturkrise in der Automobilwelt: Statt Transmissions-Prozesse gemeinsam mit den Konzernen, die nur dem Profit dienen - Kampf um Arbeitsplätze, Gesundheitsschutz, gegen Auslagerungen und Leiharbeit und für die Übernahme in die Stammbelegschaft. Solidarität und 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als weltweite Forderung!

 

2. Für die Zukunft der Jugend! Gegen die Spaltung zwischen Jung und Alt! Für eine 10-Prozentige Ausbildungsquote! Unbefristete Übernahme bei gleichem Lohn wie alle anderen Beschäftigten!

 

3. Einheitliche Metall-Tarifbindung für alle Beschäftigten!

 

4. Ausbildungsinhalte für die digitale Welt, E-Mobilität und alternative Antriebe – qualifizierte Ausbildung auf Kosten der Konzerne für die Jugend und alle!

 

5. Kein Ausspielen von Arbeitsplätzen gegen Umweltschutz – wir brauchen beides! Weltweit aktiver Widerstand gegen die mutwillige Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschheit und eine drohende globale Umweltkatastrophe! Sofortige Nachrüstung aller Dieselfahrzeuge mit SCR-Abgasreinigungsanlage auf Kosten der Autokonzerne! Rasche Umstellung auf emissionsfreie Antriebe mit erneuerbaren Energien. Ausstieg aus Verbrennungsmotoren! Einführung und Ausbau eines gebührenfreien Öffentlichen Personen-Nahverkehr! Konsequente Verfolgung und Bestrafung der verantwortlichen Abgasbetrüger!

 

6. Fremdenhass und Rassismus, wie sie die AFD betreiben, ist keine Meinung, sondern richtet sich direkt gegen die solidarische, internationale Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung. Kein Platz für solche Menschen in den Betrieben und Gewerkschaften!

 

7. Gegen Unvereinbarkeitsbeschlüsse in der IG Metall, die sich gegen kämpferische Kollegen richten, die für den Sozialismus eintreten!

 

8. Gegen jede Form von Gesetzesverschärfungen, die den Abbau demokratischer Rechte zur Folge haben und den Rechtsruck bewirken. Gegen Militarisierung und Kriegsvorbereitung. Dafür brauchen wir ein allseitiges politisches Streikrecht. Politische Streiks gehören wieder auf die Tagesordnung!

 

9. Gegen Rüstungsexporte zugunsten Milliardenprofiten der Konzerne, die Not, Elend, Tod und Flucht verursachen!

 

Die kämpferische Automobilarbeiterbewegung Deutschland wird Mitglied im `Internationalistischen Bündnis` gegen die Rechtsentwicklung der Regierung und arbeitet aktiv in der Arbeiterplattform mit.

 

Aufgrund der Überparteilichkeit jedoch wird die Automobilarbeiterbewegung keine Mitarbeit an Wahllisten/Wahlbündnissen machen.

 

Im Kampf um diese neun Punkte tragen wir bei, zur internationalen Koordinierung der Kämpfe und der internationalen Konzernzusammenarbeit. Wir machen die 2. Internationale Automobilarbeiterkonferenz im Februar 2020 in Südafrika breit bekannt und bereiten sie mit vor.