Stuttgart

Daimler-Holding: Zweierlei Kritik

Die am 22. Mai 2019 auf der Hauptversammlung der Aktionäre zu Beschlussfassung anstehende Aufspaltung des Daimler-Konzerns in PKW-, LKW- und Finanz-Sparte unter dem Dach einer Holding wird konkreter.

Von wb

Die als Dachgesellschaft fungierende Holding soll 6.000 Beschäftigte haben. Das bringt Aktionärsvertreter auf die Palme. Das sei ein „teures Festival der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater“. Doch noch mehr stört die Großaktionäre, dass die Aufspaltung „halbherzig“ sei, weil die Sparten-Gesellschaften nicht selbständig agieren könnten.

Daimler will einheitliche Tarifverträge und Kämpfe erschweren

Der Grund, dass  die Aufspaltung von Konzernen im Trend sind, liegt im Zwang für die Übermonopole zur Eroberung einer weltmarktbeherrschenden Stellung im internationalen Produktionsverbund. Mit kleineren Unternehmenseinheiten soll schneller auf die krisenhafte Entwicklung und auf Veränderungen im imperialistischen Weltsystem reagiert werden.

 

Es ist zugleich ein Versuch, einheitliche Tarifvereinbarungen zu zerschlagen und einheitliche Kämpfe riesiger Konzernbelegschaften durch die Spaltung zu erschweren.

Erpressung nicht akzeptieren!

Deshalb hat auch der Gesamtbetriebsrat von der Belegschaft keinen Auftrag, die Holding-Pläne mitzutragen. Er wusste allerdings sehr wohl, dass zur Beruhigung der Beschäftigten eine - wenn es hart auf hart kommt, nicht einklagbare - "Beschäftigungssicherung bis 2029“ notwendig war. Allerdings nur für diejenigen, die der damit verbundenen Änderung der Arbeitsverträge nicht widersprechen.

 

Dies ist eine Erpressung, die nicht akzeptiert werden kann! Es ist vielmehr notwendig, dass die Belegschaften sich genauer mit den Plänen befassen. Denn wo „Projekt Zukunft“ drauf steht, ist noch lange nicht die „Zukunft der Arbeiter“ drin.

 

  • Nein zur Spaltung der Belegschaft!
  • Für einheitliche Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen!