ICOR-Umweltkampftag

Hamburg darf nicht ersticken!

2016 war jeder zwölfte Todesfall in Hamburg auf Erkrankungen infolge von Feinstaub und Stickoxiden zurückzuführen. Aber nun gibt es ja seit einem halben Jahr Fahrverbote an zwei Stellen in der Stadt. Es waren die ersten in Deutschland.

Stephan Brandt, Sprecher der Umweltgruppe Hamburg der MLPD
Hamburg darf nicht ersticken!
Transparent für das Auftreten der ICOR-Delegation anlässlich der Weltklimakonferenz im polnischen Katowice (foto: MLPD Hamburg)

Mit der Folge, dass die ausgestoßenen Stickoxide gleichmäßiger auf die Stadt verteilt werden. Für die schuldlos von den kriminellen Autobossen geschädigten Autofahrer gibt es noch nicht einmal einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr.

Nur 306 von 1.272 Bussen erfüllen EU-6-Norm

Außerdem wimmelt es in den Fahrverbotszonen von Ausnahmen, vor allem auch für den Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Denn von seinen 1.272 Bussen erfüllen nur 306 (24 %) die EU-6-Norm. Laut Werbung fast alle, in Wahrheit aber nur neun Busse (0,7 %) fahren mit alternativen Antrieben.

 

Das alles ist für den neuen Hamburger Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher im grünen Bereich des neuen „Luftreinhalteplans“ des Senats. Ein Witz, denn der berücksichtigt nur die Stickoxidbelastungen der 15 städtischen Messstellen. Schiffsdiesel und Hafenindustrie aber werden gar nicht mit herangezogen. Sie allein machen aber 44 % des gesamten Stickoxid-Ausstoßes aus, die Hamburger Industrie 16 %, der Straßenverkehr 29 %.

Schiffe und Hafen werden vernachlässigt

So steht‘s auch im Plan. Doch Schiffe und Hafen werden einfach als „verdünnte Hintergrundbelastung“ vernachlässigt. Ebenso wie die größte Dreckschleuder, das Vattenfall-Kohlekraftwerk Moorburg, das neben CO2-Höchstwerten mit 2.810 Tonnen 15 Prozent aller Stickoxidemissionen in Hamburg ausstößt. Im Luftreinhalteplan gar nicht erwähnt.

 

Bei unseren Infoständen in den Stadtteilen beteiligen sich auffällig immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger daran, mit uns diese Zustände anzugreifen. Wobei es darauf ankommt, sich organisiert in den Widerstand einzureihen. Daran arbeiten wir.

 

Auf jeden Fall helfen schon immer mehr mit, unsere „Umweltkanzlerin“ Angela Merkel zu entblättern. Statt Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen auf Kosten der Konzerne organisiert die ein Konjunkturprogramm für die Automonopole. Vor einem Jahr beim G20-Gipfel hier in Hamburg hat sie federführend mitbeschlossen, verstärkt Fracking und den Ausbau der Atomenergie zu fördern und großzügig die weitere Ausbeutung fossiler Brennstoffe zu ermöglichen – in der Summe eine gigantische Dienstleistung für die Profite der internationalen Übermonopole auf dem Weg in die Umweltkatastrophe!

Wir rufen junge Umweltkämpferinnen und -kämpfer auf

Unter dem Motto: "Hamburg darf nicht ersticken! Revolutionäre Lösungen sind nötig! Organisiert Euch!" bereiten wir unseren Beitrag im Rahmen der Aktivitäten des Kreises Hamburg der MLPD zum diesjährigen ICOR-Umweltkampftag am 8. Dezember 2018 vor.

 

Wir rufen alle, vor allem jugendliche Umweltkämperinnen und -kämpfer auf: Kommt zu unserem Vorbereitungs-Workshop am Freitag, dem 23. November 2018, um 18:00 Uhr in den Stadtteiltreff Kölibri auf dem Hein-Köllisch-Platz in St. Pauli. Weitere Informationen bei Stephan Brandt, dem Sprecher unserer Umweltgruppe: umweltgruppe@online.de

 

Hier werden in den nächsten Tagen fortlaufend die genauen Termine der örtlichen Aktionen zum Umweltkampftag veröffentlicht