Nürnberg

Protestaktion bei MAN

Wie in vielen anderen Betrieben gibt es auch bei MAN ein „Sparprogramm“, genannt OPEX. Darüber wird schon seit September verhandelt. Die Hoffnungen der Co-Manager in der Betriebsratsspitze und der Gewerkschaftsführung, sich „friedlich“ mit der Geschäftsleitung einigen zu können, sind letzte Woche geplatzt.

Korrespondenz

Die Geschäftsleitung besteht auf OPEX. Vor allem will sie eine Arbeitszeitverlängerung in der Produktion von einer Stunde und im indirekten Bereich von zwei Stunden ohne Lohnausgleich durchsetzen. Wenn wir jetzt länger arbeiten, sind morgen noch mehr von uns überflüssig, damit gefährden wir nur weitere Arbeitsplätze. Letzte Woche protestierten die Kollegen im Werk München. Außer der Arbeitszeitverlängerung will die Geschäfsleitung dort eine 30-prozentige Entgeltkürzung durchsetzen.

600 Kolleginnen und Kollegen protestierten gestern in Nürnberg

Am Freitag, dem 30. November 2018, wurde in Nürnberg verhandelt. Spontan protestierten gut 600 Kollegen und Kolleginnen während der Arbeitszeit vor der Verwaltung. Das große und das kleine Band, die Logistik, die Konstruktion, die Verwaltung und die Entwicklung waren breit vertreten. Sie nahmen ihr Recht wahr, sich vom Betriebsrat über den Verlauf der Verhandlungen zu informieren. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrat von MAN, Saki Stimoniaris. versprach: "Ich werde nichts hergeben, ich werde nichts unterschreiben, was gegen unsere Tarifverträge ist."

Wir wollen doch nicht an die Börse!

Die Kollegen sind sauer auf die Geschäftsleitung. Einige fragen: "Warum wird überhaupt noch verhandelt? Nehmt die Finger weg von unseren Tarifverträgen, erst dann kann wieder mit der Geschäftsleitung gesprochen werden! Die wollen doch an die Börse, nicht wir." Verzicht sichert keine Arbeitsplätze, sondern schafft den Konzernherren nur einen Zusatzprofit. Damit haben wir in Nürnberg schon reichlich Erfahrung: diese Abwärtsspirale geht dann bis zur vollständigen Schließung, siehe Grundig, AEG, Quelle.

Warum greifen sie gerade jetzt an?

Der Hintergrund ist der verschärfte internationale Konkurrenzkampf. Die Geschäftsleitung steht enorm unter Druck, bis Ende des Jahres wollen sie die Verhandlungen abschließen. Statt Arbeitszeitverlängerung brauchen wir Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Der Protest muss weiter gehen – bringen wir das „Sparprogramm“ ganz zu Fall.

 

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