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Polarisierte Stimmung aufgrund des Ölpellet-Skandals

Der Kreis Gelsenkirchen-Bottrop-Gladbeck der MLPD unterstützt zur Zeit als einen umweltpolitischen Schwerpunkt die Unterschriftensammlung von AUF-Gelsenkirchen, einem überparteilichen kommunalpolitischen Personenwahlbündnis, gegen die Verbrennung giftiger Ölpellets von BP im örtlichen Kraftwerk von Uniper.¹

Korrespondenz aus Gelsenkirchen
Polarisierte Stimmung aufgrund des Ölpellet-Skandals
Die BP-Raffinerie in Gelsenkirchen (foto: Krd / Eigenes Werk)

Dazu findet am morgigen Mittwoch, dem 28. November 2018, um 18.30 Uhr eine Bürgerversammlung von AUF Gelsenkirchen und der Umweltgewerkschaft in der Gaststätte Brinkmannshof, Bußmannstraße 10, 45896 Gelsenkirchen-Hassel, statt, wo beraten wird, wie der Kampf dagegen geführt wird.

Viel Interesse für "Katastrophenalarm!"

Bei einem gemeinsamen Einsatz der Umweltgruppe und der Betriebsgruppe BP vor dem BP-Tor in Scholven haben wir das Thema der Verbrennung von giftigen Ölpellets und der legalisierten Volksvergiftung mit den Kollegen diskutiert. Mit einer Stelltafel wurde das Buch „Katastrophenalarm – Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“ von Stefan Engel, offensiv beworben.

 

Angesprochen haben wir damit, dass Arbeitsplätze und Umweltschutz zusammengehören, die Kapitalisten sie aber gegeneinander ausspielen, um die Arbeiter vom Kampf um umweltschonende Produktionsweisen abzuhalten. Das Buch stieß bei vielen auf Interesse.

Polarisierte Stimmung

Die Stimmung war polarisiert. Ein Kollege meinte empört, dass er doch nicht gegen sein eigenes Unternehmen unterschreiben würde. Ein anderer behauptete, „Klimawandel“ habe es schon immer gegeben, das sei Evolution. Ich sagte ihm, dass er da auf einer Linie mit Donald Trump sei.

 

Ein junger Kollege fand es genau richtig, gegen die heraufziehende Umweltkatastrophe aktiv zu werden, wollte aber noch nicht unterschreiben. Er wünschte uns viel Erfolg. Etliche Kollegen, die nicht unterschreiben wollten, nahmen aber gerne die Einladung zur Bürgerversammlung mit. Am Ende unterschrieben zwei Kollegen, wovon einer sagte: „Wenn es um unser Leben geht, muss man sich auch mal gegen das eigene Unternehmen wehren“.

 

Nach zirka 45 Minuten kam der Werksschutz und drohte, die Polizei zu rufen. Wir ließen uns nicht einschüchtern, immerhin hatten wir ein Gerichtsurteil dabei, welches das Verteilen von Flugblättern vor unbefriedeten Privatgeländen ausdrücklich erlaubt, und blieben. Nach einer Stunde, als wir sowieso schon gingen, war immer noch kein Beamter aufgekreuzt.