Daimler

"Spaltung der Belegschaft? Kommt nicht in die Tüte!"

"Die Werksleitung in Düsseldorf hat Mitte Oktober bekannt gegeben, dass allein in der Produktion rund 1.400 Kolleginnen und Kollegen 2018 und 2019 ihren Arbeitsplatz verlieren." So beginnt eine Extraausgabe der Zeitung von Kollegen für Kollegen bei Daimler "Die Stoßstange" für Düsseldorf.

Aus Kollegenzeitung "Die Stoßstange"
"Spaltung der Belegschaft? Kommt nicht in die Tüte!"
Egal ob in Sindelfingen (hier im Bild) oder in Düsseldorf - die Daimler-Belegschaften lassen sich nicht spalten. (rf-foto)

Weiter steht dort: "Offen ausgesprochen sind das Massenentlassungen! Und das trotz jahrelanger Rekordgewinne und Produktionsrekorde! 2014 haben wir gemeinsam gegen die Arbeitsplatzvernichter gekämpft. Der Vorstand hat damals einige Zugeständnisse gemacht, aber am Ende war der Kompromiss doch faul. Nun sollen wir das hinnehmen, nur weil das "Leiharbeit" heißt?

 

Es wird behauptet, die Kollegen wären für den Neuanlauf des VS30 eingestellt worden und damit klar, dass sie jetzt wieder gehen. Das ist eine Falschdarstellung. Seit 2011 wird bei uns im Werk fast nur noch in Leiharbeit eingestellt. In die Zukunft gedacht werden damit Stück für Stück Teile der Belegschaft ausgetauscht. Das Ergebnis ist eine alternde Stammbelegschaft, die damit auf kurz oder lang "ausblutet". Dem entsprechen auch die lächerlich niedrigen und gesunkenen Ausbildungszahlen.

 

Zetsche¹ hat 2017 erklärt: 'Es wird keine Belegschaft mehr neu aufgebaut'. So stellen sich die Vorstände auf die bevorstehende Strukturkrise in der Automobilindustrie ein, die mit der Umstellung auf E-Mobilität zusammenhängt. Zugleich fürchten sie eine neue Weltwirtschaftskrise, zum Beispiel mit dem Handelskrieg durch Trump. Die Folgen werden von der Regierung und den Konzernen bisher noch kleingeredet, während sie sich wie mit den neuen Polizeigesetzen auf härtere Kämpfe vorbereiten.

Bessere Organisation ist ein Muss

Die Zeiten ändern sich, also müssen wir uns verändern. Wir müssen uns besser organisieren, zuerst in der IG Metall, unserer Gewerkschaft. Wir brauchen den Zusammenschluss mit den Kollegen in Bremen, Untertürkheim und in anderen Werken, die ähnliche Kämpfe ausfechten. Lasst uns die Betriebsversammlung nutzen, sind wir solidarisch, auch mit Kollegen, die für ihre kämpferische Haltung angegangen werden. Spendet für die Stoßstange und unterstützt sie, indem ihr sie verbreitet und daran mitarbeitet.

 

Kampf um jeden Arbeitsplatz ist das Gebot der Stunde! Dieser Kampf steht auch für eine Zukunft, die wir nur gegen Zetsche und die ganze Rechtsentwicklung der Bundesregierung erkämpfen können."