Fridays for Future

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24. Mai - Auf zum globalen Aktionstag

Am 24.Mai findet der zweite große weltweite Aktions- und Protesttag der Schüler- und Jugendbewegung Fridays-for-Future (#FFF) statt.

Von gos / gof
24. Mai - Auf zum globalen Aktionstag
Fridays for Future in München (rf-foto)

Bereits der erste Protesttag am 15. März war international mit großer Beteiligung begangen worden. Die Proteste der weltweiten Umweltbewegung, der Schülerinnen, Schüler und Jugendlichen sind mehr als notwendig. Nach Angaben der Weltwetterorganisation WMO waren die vergangenen vier Jahre die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen vor 170 Jahren. Das Jahr 2018 war dabei das viertwärmste Jahr. Die 20 wärmsten Jahre lagen alle innerhalb der letzten 22 Jahre.¹

Klimastreik zur "Klima-Wahl"

Die Homepage der bundesweiten #FFF-Bewegung ruft auf: "Globaler Klimastreik am 24.5.2019 zur Europawahl".² Die Europawahlen sollen zur "Klima-Wahl" gemacht werden. Diese Forderung ist sicher berechtigt, aber anders als sich das mancher der Initiatoren denkt. Selbstverständlich kann man bei dieser Wahl den Berliner Parteien und ihrer Klimapolitik den nötigen Denkzettel verpassen und sollte das tun.

 

Aber man kann mit dem Stimmzettel keine andere Politik dieser Parteien durchsetzen. Dafür ist ein Kampf gegen diese Politik und ihre Vertreter nötig. Oder wie es Greta Thunberg vor nicht allzu langer Zeit formuliert hat: "Es gibt doch nur ein paar Hundert Firmen, die für den gesamten CO2-Ausstoß stehen. Und es gibt nur sehr wenige extrem reiche Männer, die Tausende Milliarden dadurch verdient haben, den ganzen Planeten zu zerstören, obwohl ihnen die Risiken bekannt waren. … Um den Planeten zu retten, müssen wir den Kampf gegen sie und ihre Firmen und ihr Geld aufnehmen und sie zur Verantwortung ziehen.“ Diese Richtung verfolgt auch das Internationalistischen Bündnis, an dem MLPD und REBELL mitarbeiten.

Für den überparteilichen Zusammenschluss zum Schutz der natürlichen Umwelt und gegen die Rechtsentwicklung der Regierungen

Die Umwelt- und Jugendplattform des Internationalistischen Bündnisses positionieren sich in einem aktuellen Aufruf: "Die Jugend- und Umweltplattform im Internationalistischen Bündnis unterstützen die rebellische FFF-Bewegung und sind aktiv mit dabei. Wir rufen mit auf zur breiten Teilnahme in allen Städten zum nächsten Aktionstag am 24. Mai. Es geht dabei nicht nur um das Klima und erst recht nicht um ständige und erneute Appelle anlässlich von Wahlen. Gemeinsam kämpfen wir für dringend notwendige Sofortmaßnahmen zum Schutz der Umwelt und gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen!

 

Das Internationalistische Bündnis, in dem sich 37 Trägerorganisationen und über 26.000 eingetragene Unterstützer aus der Arbeiter-, Frauen-, Umwelt-, Migranten- und Jugendbewegung zusammengeschlossen haben, ist ein Bündnis für die Zukunft! Gegen die Rechtsentwicklung der Regierungen und aller bürgerlichen Parteien. Gegen das Rollback in der Umweltpolitik als Teil dieser Rechtsentwicklung unter anderem mit der Aufgabe selbst der völlig unzureichenden Klimaziele oder die uneingeschränkte Unterstützung der Regierung für die deutschen Monopole bei ihren umweltzerstörerischen Handlungen ..."

Greta Thunberg (foto: stephane_p unter CC BY-NC-ND 2.0)
Greta Thunberg (foto: stephane_p unter CC BY-NC-ND 2.0)

"...Es gibt nur sehr wenige extrem reiche Männer, die Tausende Milliarden dadurch verdient haben, den ganzen Planeten zu zerstören … Um den Planeten zu retten, müssen wir den Kampf gegen sie und ihre Firmen und ihr Geld aufnehmen und sie zur Verantwortung ziehen."

"Trumpf dafür ist: Sich in den vielen Fragen, wo wir uns bereits einig sind, zusammenschließen und zusammenarbeiten, das (noch) Trennende hinten anzustellen und Widersprüche und unterschiedliche Positionen und Meinungen unvoreingenommen und solidarisch zu klären. Es ist nicht zu akzeptieren und zu dulden, dass in der Fridays for Future – Bewegung politische Kräfte und selbsternannte Führer oder „Orgas“ tätig sind, die eine konsequente Kapitalismuskritik und revolutionäre Positionen und Kräfte ausschließen und unterdrücken wollen. Das schwächt die notwendige Breite der Bewegung im Kampf für die Rettung der Umwelt und vor allem eine klare Zukunftsperspektive. Die politische Selbstständigkeit, die Überparteilichkeit und der rebellische Charakter der Fridays for Future-Proteste muss gegen solche parteiegoistischen und antikommunistischen Spaltungsversuche verteidigt werden!"³

 

Gegen Denkverbote und undemokratische Machenschaften ausgehend von selbsternannten "Führern" der #FFF-Bewegung haben sich inzwischen 30 #FFF-Ortsgruppen als "antikapitalistische Plattform" unter dem Motto "Die Systemfrage stellen" zusammengefunden. 16 Ortsgruppen erklärten in einem offenen Brief vom 9. Mai, dass sie Menschen mit leitenden Rollen nur anerkennen, wenn sie demokratisch legitimiert sind. Und das ist das gegenwärtige bundesweite Orga-Team und seine Unterstrukturen nicht. ⁴

 

Kräfte des Internationalistischen Bündnisses kandidieren auf der Internationalistischen Liste/MLPD zu den Europawahlen und arbeiten dabei jetzt schon mit fortschrittlichen und revolutionären Kräften in anderen europäischen Ländern zusammen.  Eine Stimme für die Internationalistische Liste/MLPD ist eine Stimme für radikalen Umweltschutz im besten Sinne.

 

Jeder und jede kann sehr genau überprüfen,, welche Parteien tatsächlich für wirksame Umweltschutzmaßnahmen eintreten und den aktiven Widerstand zum Schutz der Umwelt vor der Profitwirtschaft fördern und unterstützen. Es war dreist, dass sich die Spitzen von  SPD und Bündnis90/Die Grünen bei den Großdemonstrationen gegen Nationalismus und die europaweite Rechtsentwicklung der Regierungen am Wochenende auch in der Frage des Umweltschutzes als Vorkämpfer inszeniert haben. Oder wie Katarina Barley, Bundesjustizministerin und Spitzenkandidatin der SPD zu den Europawahlen, oder Andrea Nahles, SPD-Bundesvorsitzende, an die Spitze einer der Demozüge in Köln gestellt haben. Sie wollen vergessen machen, dass sie in den letzten 20 Jahren bei der Zerstörung der natürlichen Umwelt mit hauptverantwortlich waren.

 

Der 24. Mai muss dagegen zu einem Tag werden, an dem der Widerstand gegen die drohende globale Umweltkatastrophe einen neuen Höhepunkt erfährt, nicht mit, sondern im Kampf gegen die Verursacher dieser Entwicklung in den Regierungen und im internationalen Finanzkapital. Dafür stehen die kämpferischen Kräfte in Fridays for Future und sie werden an diesem Tag für die antikapitalistische Alternative im Umweltkampf auf die Straße gehen.