Gastbeitrag

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Huawei von Android ausgeschlossen

Im Handelskrieg zwischen den USA und China hat US-Präsident Donald Trump eine weitere Verschärfung eingeleitet. Wieder betroffen Huawei - ein führendes Monopol aus dem neuimperialistischen China.

Gastbeitrag von Achim Sawall, leitender Redakteur beim IT-Magazin golem.de
Huawei von Android ausgeschlossen
Christoph Scholz (CC BY-SA 2.0)

Zu dieser neuerlichen Maßnahme veröffentlichen wir einen Gastbeitrag von Achim Sawall. Er ist leitender Redakteur beim IT-Magazin golem.de

 

US-Firmen, die Technologie an Huawei verkaufen oder transferieren wollen, erhalten nach einem Dekret von US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche keine Lizenz vom Handelsministerium. Daraufhin hat Google die Zusammenarbeit mit Huawei bei dem Betriebssystem Android eingestellt.

 

Der Smartphonehersteller hat damit künftig keinen Zugriff mehr auf Updates des Android-Betriebssystems. Außerhalb Chinas werden nur Android-Smartphones mit Google-Diensten wie Gmail, Google Maps oder der App-Plattform Google Play Store verkauft. Diese Android-Version bekommt Huawei offenbar nicht mehr, und will eigene Software einsetzen.

 

Inzwischen berichtete der Nikkei Asian Review, dass Infineon die Chip-Lieferungen an den Handyhersteller und Netzwerkausrüster Huawei ebenfalls vorerst eingestellt hat. Die Infineon-Aktie ging daraufhin steil nach unten.


Die Leidtragenden der zugespitzten Rivalität zwischen den US- und den chinesischen Imperialisten sind die Nutzer der Technik

Achim Sawall

Die faschistoide Trump-Regierung konnte bisher keine Beweise für Hintertüren in Produkten von Huawei vorlegen. Andere Telekommunikationsausrüster wie Ericsson (Schweden) und Nokia (Finnland) produzieren und entwickeln in direkter Nachbarschaft von Huawei im südöstlichen Shenzhen. Der US-Ausrüster Cisco hat eine enge Partnerschaft mit dem staatlichen chinesischen Serverhersteller Inspur Group.


Die Leidtragenden der zugespitzten Rivalität zwischen den US- und chinesischen Imperialisten sind die Nutzer der Technik: überall auf der Welt. Das ist der Stoff, der durchaus auch eine Weltwirtschafts- und Finanzkrisen auslösen kann. Und dann geht es noch um viel mehr als "nur" Millionen Smartphones.