Stahl

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Kauenaktion bei Thyssen-Krupp-Steel

Am 20. Mai fand im Kaltwalzwerk 1 von Thyssen-Krupp (TK) in Duisburg eine Betriebsrats-Info als „Kauenaktion“ statt. Anlass: Der Aufsichtsrat von TK wollte an diesem Tag die neuen Pläne absegnen, den Konzern in eine Holding mit den Untergesellschaften – Stahl, Aufzüge, Autoteile, Marine und Anlagen aufzuspalten.

Korrespondenz aus Duisburg

Dabei sollen mindestens 6000 Arbeitsplätze vernichtet werden. Die Stimmung unter den zirka 75 Anwesenden war sehr sorgenvoll und verhalten. Aus Gesprächen wurde deutlich: vielen ist noch nicht klar, dass das nicht wieder einfach ein weiteres neues Konzept ist wie bisher, wo alle zwei Jahre ca. 2000 bis 4000 Arbeitsplätze auf die Streichliste kamen und man ja jeweils mit einem blauen Auge davongekommen ist. Jetzt geht es um mehr. Und die Hoffnung, dass es nicht so schlimm kommt, ist trügerisch.

 

Es könnte auch sein, dass es danach keinen TK-Konzern mehr gibt. Mit Sicherheit müssen wir wegen des verschärften internationalen Konkurrenzkampfs der Konzerne und Machtblöcke mit deutlich härteren Einschnitten als schon angekündigt rechnen. Die Versammlung war ein Auftakt für weitere Klärungen, wie die TK-Pläne mit Wirtschaftseintrübungen in Richtung Wirtschaftskrise und auch mit der E-Mobilität zusammenhängen. Genauso wie die Pläne von Siemens oder der Autoindustrie oder welche Rolle die EU mit der Ablehnung der Fusion TKS-Tata spielt. Die EU will nicht, dass der Stahlbereich in die Hände des indischen Konkurrenten Tata fällt. Das ist Ausdruck davon, dass die EU in Zukunft selbst mehr als Block im internationalen Konkurrenz- und Machtkampf auftreten will.

Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich ist die richtige Forderung

Die richtige Forderung gegen die Arbeitsplatzvernichtung ist die nach Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich. Bei TKS liegt ja die gute Erfahrung mit der 31-Stunden-Woche vor, die 2000 Arbeitsplätze sicherte. Auch das gilt es, noch zu vertiefen. Genauso wie die Tatsache, dass der von TK mit der IG Metall geschlossene Ergänzungs-Tarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen (nur) bis Ende 2019 ausschließt. Er soll nur dazu dienen, die Belegschaften ruhig zu halten.