Fridays for Future

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Weitere Berichte vom gestrigen Aktionstag

„Rote Fahne News“ setzt die Berichterstattung über den erfolgreichen Fridays-for-Future-Aktionstag am gestrigen, 24. Mai fort:

Korrespondenzen
Weitere Berichte vom gestrigen Aktionstag
Bild vom Aktionstag in Berlin (rf-foto)

Berlin: Die Überwindung der Klima- und Umweltkrise erfordert einen gesellschaftsverändernden Kampf

Aus Berlin wird berichtet: Viele Tausend Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten und ältere Menschen beteiligten sich auch in Berlin am gestrigen globalen Aktionstag „Fridays for Future“. Es herrschte eine ausgelassene kämpferische Stimmung. Im Widerspruch dazu orientierten verschiedene Reden vor allem darauf, die Europa-Wahl zu einer Klima-Wahl zu machen und sprachen in diesem Zusammenhang von einer angeblich „letzten Chance“. Die inhaltliche Wahlwerbung für die Grünen, die SPD und die Linkspartei war nicht zu überhören, auch wenn nicht direkt zur Wahl derselben aufgefordert wurde.

 

Vom Internationalistischen Bündnis und der MLPD verteilten wir während dieser Zeit hunderte von Wahlzeitungen im Block der Studierenden und warben gemeinsam mit dem REBELL für das Pfingstjugendtreffen. Auch wenn dies einigen Ordnern nicht passte. Vor Beginn versuchten die Veranstalter mit der Polizei sogar zu verhindern, dass Transparente der MLPD überhaupt auf den Kundgebungsplatz mitgenommen werden können und gaben über die Polizei die Losung aus, dass das Verteilen von Flugblättern untersagt sei.

 

Welch armseliger Versuch bestimmter „Superdemokraten“ aus den Reihen der Grünen, undemokratische Zensurmaßnahmen durchzusetzen. Aufgrund unseres energischen Protestes machte die Polizei jedoch einen Rückzieher und klärte die Veranstalter darüber auf, dass es nicht möglich sei, einfach friedliche andere Demoteilnehmerinnen und Demoteilnehmer auszugrenzen.

Zirka 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Heilbronn

Mit ca. 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war es eine bunte und kämpferische Aktion, die in der Bevölkerung große Beachtung hinterlassen hat. Die Demo zog über die Allee (Hauptverkehrsader) zum Friedensplatz. Dort fand dann eine Abschlusskundgebung statt. Mit Rufen wie:  “Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“ brachten sie ihren Unmut auf die Straße. Mit einer Straßenblockade legte ein Teil der Demonstrantinnen und Demonstranten den städtischen Bus- und Autoverkehr für eine halbe Stunde lahm.

 

Die Ordner der Demo versuchten, den MLPD-Genossen das Verteilen von Flyern, die zum Pfingstjugendtreffen einluden, zu verbieten. Was bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf Unverständnis gestoßen ist. Die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war gegenüber der MLPD aufgeschlossen und interessiert.

700 Aktive in Zwickau

700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatte die erste Zwickauer Fridays-for-Future-Demonstration mit drei Zwischenkundgebungen im Rahmen des weltweiten und sachsenweiten Tags der „Schülerstreiks“ gegen die sich anbahnende Umweltkatastrophe. In den Demonstrationszug reihten sich auch bis zu zwei Dutzend Erwachsene ein. Die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler waren 13 bis 16 Jahre alt, aufgeschlossen und kämpferisch. Die Losungen und Parolen wurden im Chor lautstark auf der Demonstration vorgetragen und dabei wurden liebevoll gemachte und phantasievolle Plakate hochgehalten. Die Demonstration war ein wichtiger neuer Schritt als eigenständiger „Streiktag“ in Zwickau. Bisher war es in den vergangenen Wochen so, dass Schülerinnen und Schüler zur Demonstration nach Chemnitz fahren mussten. Zur aufgeschlossenen Atmosphäre heute am 24. Mai gehörte, dass die Flyer für das Internationale Pfingstjugendtreffen im Handumdrehen verteilt waren.

Hagen: Selbstbewusst und aufgeschlossen

Von Fridays for Future in Hagen berichtet der Frauenverband Courage: Rund 500 Jugendliche, aber auch ältere Menschen kamen zur zweiten FFF-Demo am 24. Mai in Hagen. Die meisten Schulleitungen hatten die Teilnahme im Klassenverband als Ausflug mit den Lehrern empfohlen. Aber nicht die übliche lockere Ausflugsstimmung war prägend. Die Kids und Teenies kamen ernsthaft, selbstbewusst, viele mit der Sorge um unsere Umwelt und ihre Zukunft auf ihren selbst gemalten Schildern.

 

Wir vom Frauenverband Courage warben vor allem für die aktive Rolle von jungen Mädchen und Frauen in der Umweltbewegung. Als eine Möglichkeit dazu stellten wir den Frauenpolitischen Ratschlag und das dort geplante Umweltforum vor. Viele stimmten zu, dass Frauen und Mädchen sich in der Auseinandersetzung um Umweltfragen oft zurückhalten, weil sie sich naturwissenschaftlich oft nicht so viel zutrauen. Und dass sie auch die Auseinandersetzung mit dem Mainstream der bürgerlichen Umweltpolitik eher vermeiden möchten. Interessiert nahmen einige den Ratschlagsflyer. Viel Interesse gab es auch an der Diskussion über die Zukunft und Perspektiven der Umweltbewegung.

 

Umso unverständlicher war für viele die Ausrichtung der Demo-Organisatoren, dass keine Fahnen getragen und keine Flyer verteilt werden dürften. Wir kritisierten diese Ausgrenzungspolitik, trugen selbstbewusst unsere Courage-Fahnen weiter und suchten auch mit einigen aufgeschlossenen Ordnern die Auseinandersetzung. Die Kundgebungsbeiträge repräsentierten ein breites politisches Spektrum. Da war ein stark antikapitalistisch ausgerichteter Beitrag von „Ende Gelände“, gute Songs. Zwei Kreuzungsblockaden gehörten zum Demo-Programm.

Braunschweig: Begeisternde Stimmung trotz antikommunistischer Ausgrenzungsversuche

Zirka 3500 Menschen, darunter vor allem Schülerinnen und Schüler, aber auch Erwachsene, sind in Braunschweig für die Rettung der Umwelt auf die Straße gegangen, beim letzten Mal waren es noch 750.

 

Entgegen des positiven Feedbacks seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden dem Jugendverband REBELL und der MLPD ein Redebeitrag verwehrt, mit der Begründung, dass „REBELL und MLPD sich teilweise antidemokratisch und antisemitisch geäußert haben“. Dagegen protestierten wir sofort, konkret konnten uns die Organisatoren nicht sagen, worauf sie diese Vorwürfe begründen. Wir schrieben einen Offenen Brief an die Demoteilnehmerinnen und Demoteilnehmer, in dem wir dieses Vorgehen kritisierten und echte Überparteilichkeit forderten. Dieser wurde von den Demoteilnehmerinnen und Demoteilnehmern interessiert angenommen. Nach kurzer Zeit riefen die Organisatoren der Aktion über das Mikrofon dazu auf, die Flyer von MLPD und REBELL nicht anzunehmen. Wer sie trotzdem genommen hat, dem wurden sie von den Ordnern aus der Hand gerissen. Eine Rollstuhlfahrerin setzte sich auf unser Flugblatt, damit es ihr nicht weggenommen wird.