Vorhersagen

Bürgerliche Prognoseflops 2018

Selbst in den bürgerlichen Medien wird sich schon mal darüber lustig gemacht, wie viele der – übrigens auch von ihnen – verbreiteten Prognosen nicht zugetroffen haben.

Von wb

So haben die Hochrechnungsrechner der Schweizer Investment Bank UBS versagt, als sie von einer erneuten Fußball-Weltmeisterschaft der deutschen Nationalmannschaft ausgingen. Auch die von vielen vorhergesagte Dominanz des FC Bayern trat bekanntlich nicht ein.

 

Aber die wirklich großen Flops werden von diesen Medien höchstens mal gestreift - denn sie werfen einen Blick auf sie selbst. So wenn der Spiegel im Dezember 2017 titelte: „2018 wird fett“. Dabei verließ sich die Redaktion auf renommierte Forschungsinstitute, die der deutschen Wirtschaft das stärkste Wachstum seit 2011 voraussagten. Tatsächlich erreichte dieses im dritten Quartal 2018 gerademal 1,1 Prozent.

 

Aber solche Fehleinschätzungen haben ja Geschichte. So ging die CDU/SPD-Regierung Anfang 2007 von einem „langanhaltenden Aufschwung bis zum Jahre 2020“ aus. Eineinhalb Jahre später brach die bisher tiefste Weltwirtschafts- und Finanzkrise aus. 2009 erschien deshalb eine Beilage der Roten Fahne (später als Broschüre) mit dem bezeichnenden Titel: „Bürgerliche politische Ökonomie vor dem Scherbenhaufen“. Autor war Stefan Engel, damaliger Vorsitzender der MLPD und Leiter des theoretischen Organs Revolutionärer Weg bis heute.

 

Ganz fehlt bei den Prognose-Flops für 2018, dass nicht nur von Bosch die Losung vom „Ende der Diesel-Krise“  ausgegeben wurde. Dem widersprach sogar Audi-Chef Rupert Stadler  – er musste es schließlich wissen und wurde deshalb im Juni 2018 verhaftet.

 

Eine der ersten Prognose für 2019 gab die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ab. Die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Chefin sei ein „Aufbruch in eine neue Epoche“. Dabei hatte sie sich doch schon einmal getäuscht, als sie im November 2017 fest mit einem Jamaika-Koalition rechnete, die nicht zustande kam. Erst nach 186 Tagen stand ein neue Regierungskoalition.