Stahlindustrie

Für einen einheitlichen Tarifvertrag

Am 10. Januar findet die erste Tarifverhandlung in der nordwestdeutschen Stahlindustrie statt.

Korrespondenz aus Eisenhüttenstadt
Für einen einheitlichen Tarifvertrag
Das Werk von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt (foto: Wolkenkratzer (CC BY-SA 4.0))

Die Forderungen sind 6 Prozent mehr Entgelt und 1.800 Euro Urlaubsgeld, das wahlweise auch als Urlaub genommen werden kann. Nach wie vor gibt es in der Stahlindustrie drei Tarifbezirke: für den Osten, Nordwestdeutschland und Saarland. Die Tarifkommission Ost hat die Forderungen aus dem Westen übernommen.

Ein Korrespondent aus Eisenhüttenstadt schreibt:

„Unter den Vertrauensleuten von Arcelor/Mittal Eisenhüttenstadt gab es eine Lohnforderung von 7 Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Eine erste Flugblattaktion unter reger Teilnahme von Vertrauensleuten fand vor den Toren statt. Bei vielen Kollegen kommt immer wieder die berechtigte Frage auf, warum es überhaupt unterschiedliche Tarifgebiete und getrennte Verhandlungen gibt. Im Saarland findet die Tarifauseinandersetzung erst im März statt. Das führt zu einer Schwächung unserer Kampfkraft.

Wenn wir zusammen kämpfen, sind wir stärker und können auch verhindern, immer wieder „Kröten“ schlucken zu müssen

Korrespondent aus Eisenhüttenstadt

Als Grund für die Beibehaltung der unterschiedlichen Tarifbezirke wird von den Verhandlungsführern der IG Metall immer wieder das Argument ins Feld geführt: Durch getrennte Tarifverhandlungen „könnten einige Kröten die im Westen ausgehandelt wurden, vermieden werden, und im Osten für die Kollegen bessere Konditionen erreicht werden“. Dabei ist es gerade umgekehrt! Wenn wir zusammen kämpfen, sind wir stärker und können auch verhindern, immer wieder „Kröten“ schlucken zu müssen. Weil kaum Kontakte der Gewerkschaftsbasis zu anderen Betrieben besteht, weiß man voneinander noch zu wenig. So stieß bei uns auf erheblichen Unmut, dass Betriebsrats- und Gewerkschaftsspitze bei Arcelor/Mittal Bremen einen Vertrag abgeschlossen haben, wonach die Laufzeit für Leiharbeiter über die gesetzlichen 18 Monate hinaus auf 60 Monate ausgeweitet werden kann - mit einer windelweichen Übernahmegarantie. Durch die Spaltung kann den Kollegen der einzelnen Standorte immer wieder der „schwarze Peter“ zugeschoben werden, nach dem Motto: „Die waren nicht kampffähig“.

 

Wir brauchen in allen Stahlbetrieben Initiativen der Gewerkschaftsbasis für einen einheitlichen Tarifvertrag.