Ungarn

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Kämpferischer Neujahrsgruß

Schon frohlockten bürgerliche Medien an Weihnachten, auch in Ungarn gehe der Massenprotest zurück. Im Gegenteil.

Korrespondez aus Gelsenkirchen
Kämpferischer Neujahrsgruß
Massenprotest in budapest (foto: MIKSZ)

Trotz scheußlichem Wetter demonstrierten am Samstag, 5. Januar, erneut Tausende Menschen in Budapest und auch in anderen Orten. Der Neujahrsgruß Buék (etwa "Frohes Neues") wird von den Protestierenden ersetzt durch "Bukjék", das bedeutet "Es fällt".

 

Gemeint ist das "Sklavengesetz", das unter anderem Arbeiterinnen und Arbeiter zwingen soll, bis zu 400 Überstunden zu machen, die auch noch verfallen, wenn ein Betrieb schließt oder ein Beschäftigter geht. Aber sie attackieren auch die Repression und Willkür der Regierung und Korruption, fordern demokratische Rechte und Freiheiten, höhere Löhne, eine Rente von der man leben kann. Gewerkschaften kündigen einen landesweiten Streik an, wenn Präsident Viktor Orban in fünf Tagen nicht auf die Forderungen eingeht.

 

Die Massen machen ihre Rechnung auf, überall hört man, die Regierung unter Präsident Orban muss zurücktreten. Immer häufiger wird auch berichtet, dass Leute sagen, das kapitalistische System müsse weg. Das allerdings ist nicht einheitlich: Im Protest sind außer kämpferischen Arbeiterinnen und Arbeitern, Schülerinnen und Schülern sowie Studentinnen und Studenten, diverse bürgerliche Kräfte, Reformisten, Revisionisten, die dem alten Regime anhängen, und sogar Faschisten mischen noch mit. Die Klärung unter den Massen, wer Freund ist und wer Feind und dass eine grundlegende gesellschaftliche Veränderung zum Sozialismus die Perspektive ist, ist noch ein längerer Prozess, an dem sich die ungarischen Genossen der ICOR-Organisation MIKSZ aktiv beteiligen. Wir wünschen ein erfolgreiches Neues Jahr- Bukjék!