Berlin

Koreanische Studenten tanzen ihre Wiedervereinigung

3. Januar 2019, Brandenburger Tor, Berlin. Pünktlich 11.30: ein winterliches Schneetreiben eröffnet Tänze einer Studentengruppe aus Südkorea.

Korrespondenz
Koreanische Studenten tanzen ihre Wiedervereinigung
Studentinnen und Studenten aus Seoul tanzen in Berlin für ein wiedervereinigtes Korea (rf-foto)

Zwei Gruppen stehen sich gegenüber. Fröhliche Musik bringt sie in Bewegung, aufeinander zu, sie vereinen sich und enden mit dem Ruf: „Corea is One! Ein Korea!“

 

Ruckzuck sind die Tänzerinnen und Tänzer von 100 bis 200 Berlinbesuchern umringt. Karl Nümmes, Liedermacher aus Berlin, übersetzt mit Worten und Liedern den tiefen Wunsch nach Wiedervereinigung und Frieden ins Deutsche auf dem Hintergrund unserer Erfahrungen: „Die Wiedervereinigung in Deutschland war ein Werk des Volkes der DDR und nicht etwa von Kohl und Gorbatschow.“

 

Einige Passanten nicken zustimmend und schreiben Grüße an das koreanische Volk auf Karten. Kälte und Nässe trotzend besuchen die jungen Gäste aus Seoul noch das Sowjetische Ehrenmal in Berlin-Treptow. Dort, wo 7000 Soldaten der Roten Armee begraben sind und wo Zitate des damaligen Oberkommandierenden, Stalin, den Sieg ins richtige Licht rücken.

 

“Danke vielmals für die ernste Solidarität mit unserem Volk und unserem Land. Alle Studentinnen und Studenten hatten einen großartigen Tag heute. Sie bedanken sich dafür, dass  einige Missverständnisse über die Sowjetunion ausgeräumt wurden, weil es in Korea zu viel antikommunistische Propaganda gibt.“

 

Als wir auf Koreanisch und Deutsch die Internationale unter dem monumentalen Soldaten der Roten Armee singen, gibt es Beifall von anderen Besuchern des Ehrenmals, u.a. aus der Ukraine. Mit kalten Händen und heißen Herzen verabschieden wir uns, hoffend auf eine wachsende Zusammenarbeit.