Herzlichen Glückwunsch

Herzlichen Glückwunsch

19. Januar 2019 – vor 100 Jahren durften Frauen in Deutschland erstmals wählen

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg, genauer gesagt: zu diesem Kampferfolg der revolutionären und kämpferischen Frauenbewegung und der Novemberrevolution 1918!

Martina Stalleicken, frauenpolitische Sprecherin der MLPD
19. Januar 2019 – vor 100 Jahren durften Frauen in Deutschland erstmals wählen
Bild: Plakat im Kampf um das Frauenwahlrecht vor 100 Jahren (gemeinfrei)

Es ist sicherlich zutreffend, wenn CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer zu diesem Jahrestag erklärt: „Wir sind noch lange nicht am Ziel“.

 

Nur, von welchem Ziel reden wir und welches Ziel braucht die kämpferische Frauenbewegung? Für die CDU-Vorsitzende ist es, „in der Politik … die Quote wirklich ernst nehmen“. Auch mehr als (die ohnehin schon wenigen) 31% Frauen im Bundestag ändern nichts daran, dass die Politik, von der sie redet, die Masse der Frauen unterdrückt und keineswegs emanzipiert: Aufrechterhaltung des Paragraphen 218/219, wogegen sich hartnäckiger Protest formiert; eine Rechtsentwicklung der Regierung und der bürgerlichen Parteien mit Reaktion nach innen und außen, die bereits Millionen unter Protest auf die Straße brachte; gesundheitsgefährdende Zustände in unseren Krankenhäusern, denen zahlreiche – vor allem weibliche – Beschäftigte, in wochenlangen Streiks den Kampf angesagt haben. Eine Politik, die unserer Zukunft und der unserer Kinder die Lebensgrundlagen raubt durch Unterdrückung, Kriege, Umweltzerstörung, kann die kämpferische Frauenbewegung niemals unterstützen.

 

Die MLPD nimmt im Gegensatz dazu diesen Jahrestag zum Anlass, über die geschichtlichen Tatsachen und ihre Lehren für die Perspektive der Befreiung der Frau zu diskutieren. Denn auch wenn Zeitungen und Fernsehprogramme derzeit voll von 100 Jahre Frauenwahlrecht sind, wird oft die entscheidende Tatsache verschwiegen: Die Novemberrevolution erkämpfte das Frauenwahlrecht in Deutschland.

 

Was über Jahrhunderte durch Kaiser, Könige, bürgerliche Demokratie nicht gemacht, ja oft direkt verweigert wurde, erkämpften gemeinsam revolutionäre Arbeiterinnen, Arbeiter und Soldaten, Kommunisten, kämpferische Frauenbewegung! Welche weitergehenden Frauenrechte und gesellschaftliche Befreiung der Frau möglich sind, wenn die sozialistische Revolution siegreich ist, begann damals zeitgleich in der sozialistischen Sowjetunion lebendig zu werden. In der Geschichte wurden die größten demokratischen Rechte und Freiheiten durch Revolutionen erkämpft. Deshalb sollten wir gerade in den wachsenden kämpferischen Aktivitäten der Frauenbewegung hin zum 8. März darüber sprechen, die revolutionäre Bewegung – und damit besonders die revolutionäre Partei MLPD – mit vielen Frauen und Mädchen zu stärken.