Flüchtlingssolidarität

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„Anti-Abschiebe-Industrie“ ist Unwort des Jahres

Das Unwort des Jahres 2018 lautet „Anti-Abschiebe-Industrie“, das teilte die Jury „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“, die das Unwort jährlich kürt, vor kurzem mit.

Von Korrespondenz aus Albstadt

Laut der Jury, die aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten besteht, unterstellt der Ausdruck Menschen, die abgelehnte Asylbewerber rechtlich unterstützen, die Absicht, damit in großem Maßstab Geld verdienen zu wollen.

"Anti-Abschiebe-Industrie" ist durch Alexander Dobrindt als Kampfbegriff eingeführt worden

„Anti-Abschiebe-Industrie“ ist eine Wortschöpfung des CSU-Landesgruppenchefs Alexander Dobrindt. Die Formulierug sei im Mai 2018 „als offensichtlicher Kampfbegriff eingeführt worden“, erklärte die Jury in Darmstadt. Unwort des Jahres wird immer ein Begriff, der aus Sicht der „Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres“ gegen das Prinzip der Menschenwürde oder gegen Prinzipien der Demokratie verstößt. Die Jury wählte den Begriff aus etwa 900 Einsendungen mit mehr als 500 Vorschlägen aus.

 

Das ist auch Ausdruck des fortschrittlichen Stimmungsumschwungs gegen die Rechtsentwicklung der Regierung mit deren Plänen der weiteren Verschärfung des Vorgehens gegen von Abschiebung bedrohte Flüchtlinge.

Ein Schlag ins Gesicht der Bild-Zeitung

Es ist auch ein Schlag ins Gesicht der Bild-Zeitung, die ganz im Sinne von Alexander Dobrindts Kampfbegriff den Flüchtlingsaktivisten Alassa Mfouapon, den ihn unterstützenden Freundeskreis und seinen Anwalt übelst verleumdet hat. Wörtlich sprach er von "Geschäftemacherei".  Mehr dazu hier