Gelsenkirchen / Gladbeck

Gelsenkirchen / Gladbeck

Provokatives Verhalten des Uniper-Konzerns verantwortlich für kalte Heizungen

Ver.di und IGBCE hatten die 5.000 Beschäftigten des Energieunternehmens Uniper für den 15. und 16. zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Von gp
Provokatives Verhalten des Uniper-Konzerns verantwortlich für kalte Heizungen
Uniper-Kraftwerk in Gelsenkirchen-Scholven (Foto: Gelsenkirchen Kraftwerk Scholven, eigenes Bild)

Den Auftakt zu diesem Warnstreik bildeten am Dienstag , 15. Januar, die Auszubildenden aller Standorte und Beschäftigten am Sitz der Zentrale in Düsseldorf. Am Mittwoch, 16. Januar, wurden dann Kraftwerke bestreikt – teilweise von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends.

Streikverbot per Gerichtsbeschluss

Darunter auch das Kraftwerk in Gelsenkirchen-Scholven. Dabei wurde auch ein Kraftwerksblock abgeschaltet, der für die Fernwärmeversorgung von 3.400 Gebäuden zuständig ist. Uniper setzte per Gerichtsbeschluss durch, dass der Warnstreik abgebrochen und der Fernwärmeblock wieder hochgefahren werden musste. Für die kalten Heizungen sind nicht die Arbeiter verantwortlich, sondern der Vorstand von Uniper! Das Streikverbot durch Gerichtsbeschluss zeigt, dass selbst gewerkschaftliche Streiks verboten werden können. Um so wichtiger ist der Kampf um ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht!

 

Ver.di und die IGBCE fordern 6,8 Prozent mehr Lohn und 160 Euro mehr Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Uniper hat in der zweiten Verhandlungsrunde im vergangenen Dezember lediglich eine Erhöhung in zwei Stufen um 1,8 Prozent und ab 2020 um 2,2 Prozent bei einer Gesamtlaufzeit von 25 Monaten angeboten. Darüber hinaus soll die erste Erhöhung um 1,8 Prozent statt ab 1. Januar erst ab dem 1. Mai 2019 gelten.

Uniper vergiftet in Gelsenkirchen durch Ölpelletverbrennung

„Das bedeutet Reallohnverlust, damit sind wir nicht einverstanden!“ Uniper gehört zu den größten deutschen konventionellen Stromproduzenten mit bundesweiten Gas-, Wasser- und Kohlekraftwerken und ist eine Ausgliederung aus dem E.ON-Konzern. In Gelsenkirchen vergiftet der Konzern durch die Verbrennung von giftigen, schwermetallhaltigen Ölpellets, die von BP geliefert werden, den Norden der Stadt. (siehe Rote Fahne News) Uniper hat weltweit in 40 Ländern 12.000 Beschäftigte, davon 5.000 in Deutschland. Die nächste Verhandlungsrunde findet am Donnerstag, 17. Januar 2019 in Düsseldorf statt. Sollte es dann zu keiner Einigung kommen, drohen die Gewerkschaften mit unbefristeten Streiks.