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"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut"

Rund 10.000 Schüler demonstrierten nach Angaben der Veranstalter gestern in Berlin für einen schnellen Ausstieg aus der Kohleverbrennung.

Korrespondenz aus Berlin
"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut"
Schülergruppe bei der Demo in Berlin (Foto: RF)

Es war beeindruckend, wie kurz vor Beginn der Auftaktkundgebung um 12 Uhr immer neue Gruppen von Jugendlichen auf den Platz vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin Mitte strömten. Dort tagte zur gleichen Zeit die Kohlekommission.

"Wir warten nicht blind auf die Katastrophe"

Bei der Demo mit dabei waren auch Mitglieder der Berliner Umweltgruppe der MLPD und des REBELL aus Halle. Die Jugendlichen kamen aus vielen Städten. Zum Teil auch zusammen mit ihren Lehrern. Immer wieder ertönte kämpferische Sprechparolen wie "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut", "Unsere Zukunft, unser Recht zu demonstrieren", "Wir warten nicht blind auf die Katastrophe".

 

Eine riesige Zahl von selbst angefertigten Plakaten brachte ein erwachtes Umweltbewusstsein, eine große selbständige Initiative, aber auch ein wachsendes Selbstbewusstsein zum Ausdruck.

Gewinninteressen im Visier der Kritik

In Gesprächen mit Jugendlichen äußerten diese unter anderem: "Es geht um unsere Zukunft und es ist ein Wettlauf gegen die Zeit." "Die Politiker reden um den heißen Brei herum. Sie tun so, als wenn sich was ändern würde, aber in 'Wirklichkeit ist das nicht der Fall." "Der Klimawandel ist schlecht für unseren Planeten und unsere Lebensgrundlagen. Das muss dringend geändert werden." "Die heute an der Regierung befindlichen Politiker leben ja auch nicht mehr so lange wie wir. Es geht um unsere Zukunft." "Ein paar hundert Menschen verfügen über hunderte von Milliarden Euro, während ein großer Teil der Menschheit in Armut lebt." "Geld ist genug da, es sollte mehr in den Umweltschutz investiert werden."

 

Häufig werden Wirtschafts- und Gewinninteressen als Ursache des Problems genannt. Zum Teil wird auch der Kapitalismus kritisiert. "System change, not climate change" ist populär, wobei darunter jedoch zumeist nur eine Veränderung der Umweltpolitik, eine Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien verstanden wird. Wichtig ist vielen auch die Änderung des persönlichen Konsumverhaltens.

MLPD und REBELL aktiv dabei

Die Berliner Umweltgruppe der MLPD beteiligte sich mit einem Transparent "Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft", verteilte den Aufruf des REBELL zu der Demonstration, führte zahlreiche Gespräche, warb für das Buch "Katastrophenalarm! ...! sowie eine rebellische Studien- und Widerstandsgruppe. Unübersehbar war auch eine Fahne des REBELL.