Stuttgart 21

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Ausdauernder Protest gegen desaströses Bahnprojekt

Die 450. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 am 28. Januar fand statt vor dem Hintergrund der inzwischen von Bahn und Rechnungshof zugegebenen desaströsen Unwirtschaftlichkeit, Unsicherheit (Brandschutz, Überflutungsgefahr bei Starkregen, schräge Bahnsteige, unzureichende Fluchtwege usw.) und dem nicht mehr zu leugnenden Rückbau der Kapazität (von 16 Gleisen auf 8).

Korrespondenz aus Stuttgart
Ausdauernder Protest gegen desaströses Bahnprojekt
450. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 am 28. Januar (Foto: RF)

Immer klarer wird, dass der aus Klimaschutzgründen und zum Schutz der Stadtbevölkerung vor Abgas und Feinstaub nötigen Verlagerung des Nahverkehrs auf die Schiene das Tiefbahnhofprojekt S 21 massiv im Wege steht. Schon längst haben Ingenieure gute Ideen für den „Umstieg 21“ entwickelt, gute Vorschläge, wie man heute aus dem Projekt aussteigen, die bisherigen Baumaßnahmen umnutzen und dabei einige Milliarden einsparen kann.


Trotz Wind, Kälte und Schneeregen waren doch ein paar tausend Menschen gekommen. Besonders wichtig dabei war aber die junge Frau von der Schüler- und Studentenbewegung „fridaysforfuture“, die auf der Bühne die Rednerrunde eröffnete.

"Traurige Gestalten"

Arno Luik rechnete in seiner Rede ab mit den politisch Verantwortlichen für dieses Projekt: Oettinger, Mehdorn, Mappus, Grube: “Sie wollten mit aller Macht diesen Bahnhof. Sie verloren ihre Macht auch wegen dieses Bahnhofs ... und sie sind nun erledigte Gestalten, traurige Gestalten."


In der zweiten Rede deckte Mafia-Kennerin Petra Reski deren intensive Tätigkeit in Deutschland und die äußerst günstigen Bedingungen für Geldwäsche in diesem Land auf. Besonders beliebt bei der Mafia ist das Baugewerbe.

Milliardengeschäfte mit Immobilien

Joe Bauer, Autor und Journalist aus Stuttgart, sprach über die politische Situation, in der sich unser Protest abspielt und wer eigentlich die "Ewiggestrigen" sind. Es sei bei Stuttgart 21 nie nur um einen Bahnhof gegangen. „Dieser Tiefbahnhof ist ein Propaganda-Vehikel zur Vertuschung von Milliardengeschäften mit Immobilien."


Auf dem Platz machte niemand den Eindruck, dass er den Kampf um den Kopfbahnhof für verloren hält, gerade weil es um viel mehr geht als um einen Tiefbahnhof.

Protest muss und wird weitergehen

Schon zu Beginn der Proteste sagte ein Bahnexperte: „So lange das Gleisvorfeld steht, ist der Kopfbahnhof nicht verloren!“ Denn diese bauliche Meisterleistung ermöglicht den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs auf der Schiene und muss um jeden Preis erhalten bleiben. Wir brauchen einen modernisierten Kopfbahnhof."