Stuttgart/Leipzig

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Beschäftigte der Daimler-Tochter CARS protestieren vor Konzernzentrale

150 Kolleginnen und Kollegen waren am 28. Januar mit Bussen in der Nacht aus Leipzig nach Stuttgart gekommen. Sie arbeiten bei der Daimler-Tochter CARS Technik & Logistik, die Daimler-„Funktionswagen“ fertigt, wie z.B. Polizeifahrzeuge.

Korrespondenz aus Stuttgart

Früher hatten sie einen Metall-Tarifvertrag mit der 35-Stunden-Woche. Seit zwei Jahren kämpfen sie um die Übernahme des Sachsen-Tarifvertrags mit der 37-Stunden-Woche durch Daimler sowie für höhere Löhne (aktuell 1.500 Euro netto). Doch Daimler will bisher nicht von der 40-Stunden-Woche abrücken.


Deshalb war die gemeinsame Fahrt zur Daimler-Konzernzentrale und die Solidarität der Untertürkheimer Kollegen genau richtig. Bei rechtzeitiger und konsequenter Mobilisierung wäre nicht nur ein kleiner Teil der IG-Metall-Vertrauensleute aus dem Stammwerk gekommen. In verschiedenen Reden der IG Metall- und Betriebsratsvertreter wurden Daimlers Blockadehaltung sowie die Tarifflucht der Unternehmen, insbesondere in den neuen Bundesländern, kritisiert.

MLPD-Flugblatt regte zum Nachdenken an

Das MLPD-Flugblatt „Arbeitszeit im Fokus“ kam bei den Kolleginnen und Kollegen gut an. In den Gesprächen ging es um die Notwendigkeit der Arbeitereinheit, im Kampf gegen die Spaltung, die im Hinblick auf zukünftige härtere Auseinandersetzungen immer wichtiger wird.

 

Auch wenn die Forderung im Flugblatt nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich den Kollegen zunächst mal weit weg von der aktuellen Forderung einer 39-Stunden-Woche der IGM-Verhandlungsdelegation erschien, regte das zum Nachdenken an. Dazu trug die Info bei, dass in Untertürkheim alle etwa 1.200 Leiharbeiter in diesem Jahr entlassen werden sollen.

Warnstreik am darauffolgenden Tag

Im Angesicht des Daimler-Museums, das für den ungeheuren Reichtum des Konzerns steht, der aus den Arbeitern herausgepresst wird, ging es auch um die Frage der gesellschaftlichen Alternative. Einige Kollegen meinten, dass der Sozialismus „eine gute Idee" sei, aber "nicht machbar“. Ihre gemeinsamen Fahrt widerlegte jedoch, dass „der Mensch nur an sich denkt“.


Dafür stand auch der ganztägige Warnstreik am darauffolgenden Tag.