Stahltarifrunde

Stahltarifrunde

tkSE-Vertrauensleute für volle Durchsetzung der Forderungen

Auf der Vollversammlung der IG-Metall-Vertrauensleute von ThyssenKruppSteelEurope (tkSE) Duisburg am 25. Januar berichteten VK-Leitung, Tarifkommissionsmitglieder und die IGM-Ortsverwaltung über die Ergebnisse der ersten beiden Verhandlungsrunden in der Tarifrunde der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie.

Korrespondenz aus Duisburg

Die Stahlkapitalisten lehnen die Forderungen nach wie vor ab. Sie wären unpassend im Zusammenhang mit dem aktuellen Rückgang der Stahlproduktion. "Ich hab in dreißig Jahren noch nie erlebt, dass den Herrn im Vorstand mal eine Forderung von uns gepasst hätte", so ein Kollege.

 

Gerade die Forderung nach einem Urlaubsgeld, das in freie Tagen umgewandelt werden kann, stört sie massiv. Es ist lachhaft, dass Frau Maaßen (Arbeitsdirektorin von tkSE) vorgibt, dass sie nicht wisse, wie das umgesetzt werden soll.

Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen will kürzere Arbeitszeit

Seit 2006 haben die Kollegen bei tkSE eine Arbeitszeitverkürzung über zusätzliche freie Tage. Im Gegenteil, sie weiß ganz genau, dass die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen diese freien Tage haben will. Sie weiß, dass für zusätzliche freie Tage mehr Personal benötigt wird.


Die Vertrauensleute berichteten aus den Betrieben, dass die Kollegen voll hinter der Forderung stehen und sie auch durchkämpfen wollen. Gerade wenn die Stahlkonzerne bei den freien Tagen mauern, muss man eben hart kämpfen. Im Vergleich zu anderen Tarifrunden sind Jung und Alt gleichermaßen voll für die Forderungen und gerade für das Urlaubsgeld in freien Tagen. Sie haben positive Erfahrungen mit der jahrelangen Arbeitszeitverkürzung auf 31 Stunden, die jetzt wieder auf 35 zurückgeführt wird. Sie wollen deshalb die kürzere Arbeitszeit und das Geld.

Erste Warnstreiks geplant

Entscheidend für eine Durchsetzung der Tarifforderung ist, dass die Gewerkschaftsmitglieder Eigeninitiative ergreifen. Nach der dritten Verhandlungsrunde werden von der IG Metall vom 4. bis 14. Februar Warnstreiks angekündigt. Zum Ende der Friedenspflicht, in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar, werden um Mitternacht bereits Aktionen von der IG Metall organisiert. Von 23.30 Uhr am "Tiger und Turtle"-Kunstwerk in Duisburg Süd. "Warum nicht sofort in den Betrieben?" fragt ein Vertrauensmann.

 

Auffallend in den Diskussionen im Betrieb ist, dass die große Kampfbereitschaft durch das gesamte politische Umfeld gespeist wird - durch die Unzufriedenheit mit der Regierung, vor allem aber die bisher kämpferischen Tarifrunden, Massenproteste der Arbeiter wie in Ungarn, aber auch die Proteste in Frankreich.

Umweltfragen in der Diskussion

Für viel Diskussionsstoff sorgen auch die Fahrverbote und die Diskussion um Grenzwerte. Da staut sich viel Unmut an, herrscht aber auch noch viel Unklarheit. Es sind die Autokonzerne, aber auch die Stahlkonzerne, die die Luft verschmutzen. Statt die zur Verantwortung zu ziehen, die Autokonzerne zur Nachrüstung zu verdonnern und die Stahlindustrie zu alternativen Produktionsverfahren zu verpflichten, werden die Umweltschützer zum Feind hochstilisiert und die Konzerne aus der Schusslinie genommen. Diese Spiel dürfen wir nicht mitmachen!


Auf der Versammlung forderten die Vertrauensleute, nicht nachzugeben, an den Forderungen festzuhalten und dafür auch einen 24-Stunden-Streik jetzt schon vorzubereiten. Die vierte Verhandlungsrunde wird am 18. Februar stattfinden und verbunden sein mit Delegationen aus allen Stahlbetrieben. Dafür werden jetzt schon Busse bestellt. Die nächste Vollversammlung in Duisburg wird am 20. Februar sein.