Metallindustrie

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"So sieht die freie Wahl aus!"

In der metallverarbeitenden Industrie wurde letztes Jahr im Tarifvertrag eine jährliche Zusatzzahlung vereinbart. Kollegen in Wechselschicht oder die Angehörige pflegen bzw. erziehungspflichtige Kinder haben, dürfen statt Geld auch acht zusätzliche freie Tage (T-Zug genannt) beantragen.

Kollegenzeitung "Stahlkocher"

Der "Stahlkocher", Zeitung von Kollegen für Kollegen, schreibt dazu:

 

"Diese Wahlmöglichkeit ist aber eine Farce: Über 300 Kollegen haben bei uns Anspruch, ca. 250 haben einen Antrag auf die acht Tage frei gestellt. 200 Kollegen bekamen eine Ablehnung, nur 48 Kollegen haben einen positiven Bescheid bekommen! Damit wird das Ganze geradezu lächerlich.

 

Dass die Personalabteilung die Briefe einfach rausgeschickt hat, ohne die seit einem Jahr diskutierte Reihenfolge und Gewerkschaftszugehörigkeit zu beachten, dient einzig und allein der Spaltung von uns Kollegen in IG Metaller und Nicht-IG-Metaller, in Kollegen mit und ohne Kinder, Kollegen in Dauerfrühschicht oder im Büro oder die auf Schicht sind. Dabei ist es eine Lüge, dass dies mit dem Betriebsrat abgestimmt gewesen wäre.

 

Zuerst wird von uns Kollegen äußerste Flexibiliät verlangt, im Sommer bei 40 Grad ständig durchmalochen. Dann weigert sich die Geschäftsleitung, uns acht Tage frei zu gewähren, zum Beispiel in den schwachen Ferienmonaten?

 

Das kann nur an zwei Dingen liegen: 1. Die Abteilungen sind völlig unterbesetzt und es soll für die freien Tage kein Personal eingestellt werden. 2. Sie wollen nicht, dass der Gedanke der Arbeitszeitverkürzung (bei vollem Lohnausgleich) um sich greift.

 

Deswegen ist es an der Zeit:

50 + X neue Kollegen einstellen!

Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!"