Ölpellet-Verbrennung

Ölpellet-Verbrennung

Großes Interesse und einstimmige Beschlüsse

Am 12. Februar war auf Einladung des überparteilichen Kommunalwahlbündnisses AUF Gelsenkirchen der Saal in der Gaststätte Brinkmannshof in Hassel bis auf den letzten Platz mit Interessierten aus Gelsenkirchen, Gladbeck und Herten besetzt.

Von AUF Gelsenkirchen
Großes Interesse und einstimmige Beschlüsse
Wie hier auf der Bürgerversammlung zu diesem Thema am 4. Dezember 2018 war das Podium mit Monika Gärtner-Engel, Jan Specht und Dr. Willi Mast fachkundig besetzt (rf-foto)

Monika Gärtner-Engel, AUF Stadtverordnete, moderierte die rege Debatte. Der Ölpellet-Skandal ist für viele keineswegs ad acta – auch wenn in Gelsenkirchen SPD und CDU auf den Kurs von BP einschwenkten und Bezirksregierung Münster wie Umweltministerium NRW alles für rechtens und unbedenklich erklären. Im Gegenteil: Es gibt viel Stoff für die weitere Diskussion. AUF liegen inzwischen die internen Vortrags-Folien der BP-“Task Force“ vor, die belegen, wie zielstrebig, bewusst und kaltschnäuzig eine gefährliche Substanz zu einem angeblich harmlosen Produkt umdeklariert wurde. Von wegen „wir nehmen Ihre Sorgen sehr ernst“, wie die BP-Manager öffentlich gerne erzählen.

 

Jan Specht, sachkundiger AUF-Einwohner im Umweltausschuss, berichtete zunächst über die aktuelle Entwicklung. Es folgte eine Lesung mit Dr. Willi Mast, Mitautor des Buches von Stefan Engel, MLPD, „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur“. Die vorgetragenen Auszüge weiteten den Blick über die „Gelsenkirchener Probleme“ hinaus auf die Vielschichtigkeit der Problematik und inspirierten zur Strategiedebatte.

 

Was sonst sehr abstrakt bleibt, erschien in einem anderen Licht, als eine junge Mutter von ihrer Leukämieerkrankung berichtete. Sie kennt weitere Schicksale krebserkrankter Menschen in ihrer Nähe. Und gibt nicht auf. „Wir müssen uns breiter aufstellen, die vielen Schicksale, die dahinter stehen, müssen so wie mit der Umweltaktivistin Erin Brokovich ein Gesicht bekommen und wach rütteln.“

 

Zwölf einstimmige Beschlüsse resultierten aus den vielen konstruktiven Vorschlägen, inklusive der Festlegungen, wie sie gemeinschaftlich umgesetzt und finanziert werden.

 

Dazu gehört:

• Die Unterschriftensammlung geht weiter und wird als Petition online gestellt.

• Der öffentliche Druck wird mit wirksamen Aktionen verstärkt.

• Wir wenden uns an noch mehr Menschen, Vereine und Initiativen. Vor allem im Stadtnorden, aber auch in umliegenden Städten.

• Das brisante oben genannte interne Papier gehört an die Öffentlichkeit.

• Juristische Schritte werden geprüft.

• Es werden Aktivitäten entfaltet für die Finanzierung unserer Aktivitäten. Ein erster Schritt: Es wurden direkt 305,62 Euro Spenden für die Finanzierung von Flyern gesammelt.

 

Jetzt geht es mit neuen Kräften an die Umsetzung. Die nächste Versammlung des Aktionsausschusses wurde bereits für den 7. März, um 19 Uhr, wieder im Brinkmannshof, festgelegt.