„Fridays for Future“

„Fridays for Future“

Schülerproteste entfalten sich - und sollen kanalisiert werden

Über 26.000 Schülerinnen und Schüler gingen diesen Freitag, 15. Februar, in Deutschland wieder auf die Straße anstatt in die Schule.

Von pib
Schülerproteste entfalten sich - und sollen kanalisiert werden
"Fridays for Future" in Saarbrücken (rf-foto)

Mit der Bewegung „Friday for Future“, die sich an der schwedischen Schülerin Greta Thunberg orientiert, sind die Schülerinnen und Schüler zu einer unübersehbaren Kraft gegen die von den Herrschenden verursachte Umweltzerstörung geworden.

Inhalt von "Fridays for Future" entwickelt sich weiter

Neben der Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelt sich auch ihr Inhalt weiter. Neben konkreten Forderungen wie der Beendigung des Braunkohleabbaus tauchen vermehrt Fragen danach auf, was die Gefahr der Klimakatastrophe mit unserem Gesellschaftssystem zu tun hat.

 

So hat Greta Thunberg schon in Katowice (Kattowitz) gesagt „Wenn die Lösungen innerhalb des Systems unmöglich sind, müssen wir vielleicht das System selbst ändern.“¹ In Darmstadt stand auf dem führenden Transparent „Klima schützen heißt Kapitalismus überwinden“.

 

Von den gestrigen Aktivitäten berichtet unter anderem ein Korrespondent aus Mainz: "600 bis 800 Schülerinnen und Schüler hatten sich am Hauptbahnhof Mainz getroffen zur zweiten Friday-for-Future Demonstration. Sonnenschein, blauer Himmel und super Stimmung prägten heute die Demo. Viele selbstgemachte Schilder wurden getragen. Das Flugblatt des REBELL "One Solution - Revolution" war wichtig dafür, die Profitwirtschaft anzugreifen und den echten Sozialismus vorzustellen." Aus Nürnberg wird berichtet, dass über 1.000 Schülerinnen, Schüler und Studierende durch die Innenstadt zogen. Mittendrin und mit vielen guten Gesprächen: Der Jugendverband REBELL." Er ruft bundesweit zur Beteiligung auf und mobilisiert für die Unterstützung und Beteiligung.

 

Aus Darmstadt wird von einer großen "Fridays-for-Future-Aktion berichtet: "Laut Presse hatte die Polizei mit 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerechnet. Bei dieser ersten FFF-Demo in Darmstadt waren allerdings letztendlich  4.000 Schülerinnen und Schüler auf der Straße. Teilweise haben Schulen die Schüler in ihrem Anliegen unterstützt. Der Jugendverband REBELL ist als organisierende Kraft aufgetreten und von der MLPD wurden Werbeflyer für das Buch „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur" verteilt.

Für die Herrschenden ist jetzt offenbar Schluss mit lustig

Bisher wurde die Bewegung von vielen bürgerlichen Politikern und auch der Schulbürokratie toleriert, solange sich ihre Forderungen weitgehend im Rahmen des System bewegten. Inzwischen ist für die Herrschenden offenbar Schluss mit lustig, wenn sich Gedanken verbreiten, dass der Kapitalismus selbst die Ursache des Problems sein könnte.

 

So wurde von der Schulministerin in Nordrhein Westfalen jetzt ausgegeben, dass Fernbleiben vom Unterricht nicht mehr toleriert werde, sondern Schülerinnen und Schüler notfalls per „zwangsweiser Zuführung“ in die Schule gebracht werden sollen.

 

Gleichzeitig wird versucht, der Bewegung den überparteilichen Charakter zu nehmen, um diejenigen auszugrenzen, die den echten Sozialismus als Lösung der Umweltkrise sehen, vor allem MLPD und den Jugendverband REBELL. So sind sich Funktionäre der Grünen Jugend nicht zu schade, in WhatsApp Gruppen wie etwa zu den Freitagsprotesten in Sindelfingen für übelste Hetze gegen REBELL und MLPD. Ihr Kronzeuge ausgerechnet der Inlandsgeheimdienst "Verfassungsschutz". Mit ihrer Aussage, die Bewegung dürfe sich nur an die Politiker wenden, um diese umzustimmen, wenden sie sich selbst auch gegen Greta Thunberg, die ja eben die Systemfrage aufgeworfen hat. 

Umweltschutz - in der sozialistischen Sowjetunion selbstverständlich

Tatsächlich wurden in den 1930-er Jahren, als die Sowjetunion noch sozialistisch war, darauf gesetzt, zum Schutz der Umwelt die Energieerzeugung mit Wasserkraft anstatt mit Kohleverbrennung zu bewerkstelligen. Erst nachdem sich dort eine entartete Bürokratie  Mitte der 1950er-Jahre an die Macht gebracht und den Kapitalismus restauriert hatte, wurde aus Profit- und Machtgründen umweltschädliche Kohle- und Atomkraft forciert.

 

Der REBELL bringt in die Diskussion ein, dass der Kapitalismus heute ohne Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlage gar nicht mehr existieren kann. In einem aktuellen Flugblatt schreibt der Jugendverband: "MLPD und REBELL ... kämpfen für die Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft. Wir haben aktiv daran gearbeitet, den kriminellen Diesel­-Betrug der Autoindustrie bekannt zu machen und fordern die Bestrafung aller Verantwortlichen. Wir haben eine gesell­schaftliche Perspektive, in der der Mensch in Einheit mit der Natur lebt und die Ausbeutung von Mensch und Natur abgeschafft wird: den echten Sozialismus! Es ist unser Anliegen, dass die Bewegung zu #Fridaysforfuture größer und nachhaltig wird und sich mit anderen Initiativen und der Arbeiterbewegung verbindet"

"Fridays for Future" ist beim 19. Internationalen Pfingstjugendtreffen herzlich willkommen

Für den Jugendverband REBELL und die MLPD ist es eine Herzensangelegenheit, gemeinsam mit allen Interessierten eine kämpferische Umwelt-Bewegung zu entwickeln. Als einzige Partei in Deutschland verfügt sie über Umweltgruppen.  Auf dem Pfingstjugendtreffen 2019 im thüringischen Truckenthal wird die Diskussion darüber, wie der Kampf um unsere Umwelt weitergehen sollte, eine zentrale Rolle spielen. Deshalb sind alle Interessierten herzlich eingeladen, nach Truckenthal zu kommen und sich daran zu beteiligen.⁵

 

Der Jugendverband REBELL hat ein Flugblatt zu "Fridays for Future" herausgebracht. Hier gibt es die pdf-Datei für den breiten Einsatz!