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BVG-Warnstreik – ein erfolgreicher Auftakt

Am Freitag, den 15. Februar 2019, setzten die Kolleginnen und Kollegen der BVG (öffentliches Nahverkehrsunternehmen in Berlin) ein deutliches Zeichen: von 3 bis 12 Uhr standen im wahrsten Sinne des Wortes alle Räder still.

Korrespondenz

ver.di hatte im Kampf um den Manteltarifvertrag für folgende Kernforderungen aufgerufen, die den Kolleginnen und Kollegen nach einer Mitgliederbefragung am meisten am Herzen liegen: 36,5 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für alle 14.000 Beschäftigten, Weihnachtsgeld für alle, Wegfall der unteren Lohngruppen und eine Einmalzahlung von 500 Euro für Gewerkschaftsmitglieder.

 

Bisher hat der SPD/Grünen/Linkspartei-Senat praktisch kein Angebot vorgelegt, was bei der Kundgebung vor der BVG-Zentrale erneut großen Unmut hervorrief. Stattdessen wurde bisher vor allem die Arbeitszeitverkürzung vom Senat abgelehnt. Dazu muss man wissen, dass im Jahr 2005 mit der Berlin Transport (BT) praktisch eine eigene Billig-Tochter gegründet wurde, deren Beschäftigte 39,5 statt 36,5 Stunden bei der BVG arbeiten müssen – eine Spaltung, die die Streikenden auf keinen Fall länger hinnehmen wollen.

 

Laut Vorstandschefin Sigrid Evelyn Nikutta sollen dieses Jahr 1100 neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt werden. Mit der Arbeitszeitverkürzung kämen 500 dazu und der Arbeitsmarkt sei leergefegt. Empörend: Man sorgt selbst als Senats-Unternehmen für diese Zustände, bildet nicht genügend aus und jetzt wird das als Argument gegen die Arbeitszeitverkürzung angeführt! Ein Kollege erzählte, dass nicht wenige bei der BT beschäftigte Busfahrerinnen und Busfahrer trotz des niedrigen Lohns auf Teilzeit gehen, weil sie den Stress im Berliner Nahverkehr nicht mehr aushalten.

 

Begeistert wurden Solidaritätserklärungen von Gewerkschaftskolleginnen und -kollegen aus Frankreich, von den S-Bahnern, die selbst Ende 2018 gestreikt haben und der seit Tagen streikenden Physiotherapeuten der Charité beklatscht. Die Berliner Bevölkerung hatte sich solidarisch auf den Warnstreik eingestellt. Es fand sich auch trotz Bemühungen für entsprechende Interviews praktisch niemand, der den Warnstreik ablehnte.