Caterpilar Lünen

Caterpilar Lünen

Ist Kritik am Geschäftsführer „beleidigend“?

Das Arbeitsgericht Dortmund hat gestern die Klage einer Kollegin gegen eine Abmahnung durch Caterpillar in Lünen abgewiesen.

Korrespondenz aus Dortmund

Sie folgte damit der Geschäftsführung von Caterpillar, die einen Redebeitrag der Kollegin auf der Belegschaftsversammlung als „beleidigend“ und „Störung des Betriebsfriedens“ bewertet hatte. Was war geschehen? Geschäftsführer Johan Masse hatte behauptet, in der Produktion gebe es keine Qualitätsprobleme. Das kritisierte die Kollegin und schlussfolgerte, dass der Geschäftsführer entweder keine Ahnung hat und damit unfähig ist, oder die Unwahrheit sagt. Infolge entstand einige Unruhe.

 

Die Geschäftsführung macht dafür die Kollegin verantwortlich. Sie sah in ihrem Verhalten eine „arbeitsvertragliche Pflichtverletzung“ - verbunden mit der Drohung, sie bei Wiederholung zu kündigen. Die Kollegin und ihr Rechtsanwalt wiesen bei der Verhandlung auf die grundsätzliche Bedeutung des Verfahrens hin. Doch die Richterin hatte wohl schon im Vorfeld ihr Urteil gefällt.

 

Die Kollegin ist als kämpferische und engagierte Gewerkschafterin unter ihren Kolleginnen und Kollegen verankert und machte auch aus ihrer grundsätzlichen Kritik am Kapitalismus kein Hehl. Die Kollegin wurde vor Gericht von Kolleginnen, Kollegen, Montagsdemonstrantinnen und -demonstranten, Frauen von Courage und Genossinnen wie auch Genossen der MLPD unterstützt. Einer sagte: „Wenn jede kritische oder auch polemische Äußerung auf der Belegschaft als Beleidigung oder gar Störung des Betriebsfriedens geahndet wird, wird das demokratische Recht der freien Aussprache zur Farce!“ Die Kollegin wird gegen das Urteil Revision einlegen. „Das erwarten meine Kolleginnen und Kollegen. Sie sagen, 'das ist ein Urteil gegen uns alle!'“