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Jugendliche gestern wieder für die Zukunft auf der Straße

Gestern war Freitag - und da gingen in vielen Städten wieder Jugendliche für eine lebenswerte Zukunft auf die Straße: "#Fridays for Future". Neue Initiativen entstehen. MLPD und REBELL beteiligten sich aktiv.

Korrespondenzen / gis
Jugendliche gestern wieder für die Zukunft auf der Straße
Schülerdemo in Saarlouis (rf-foto)

Aus Frankfurt am Main¹ berichtet eine Korrespondentin: "Tolle Stimmung und eine große Offenheit zur Frage der Ursachen für die Verschärfung in allen Seiten der Umweltsituation kennzeichnete heute die Demonstration "friday for future". Plakate zu lokalen Umweltfragen und persönliche Statements waren vielfältig zu sehen. Wir verteilten den Flyer des REBELL "One Solution - revolution". Schon am Mittwoch hatten sich Interessenten gemeinsam mit den Rebellen auf heute vorbereitet. Wöchentlich treffen sich interessierte Jugendliche mit den Rebellen, um Fragen zu klären und die nächste Aktion vorzubereiten."

 

In Wilhelmshaven war auffällig das Bewusstsein, dass die Umwelt in Gefahr ist und dass die Jugend sich um ihre Zukunft selber kümmern muss. Aber auch, dass konkrete Forderungen fehlten, z.B. gegen den geplanten LNG-Terminal in Wilhelmshaven, an dem Fracking-Gas aus den USA angelandet werden soll.
Neben großer Unwissenheit über die gesellschaftlichen Ursachen der Umweltzerstörung war gleichzeitig öfter auch spontane Zustimmung, dass der Kapitalismus beseitigt werden muss, um die Einheit von Mensch und Natur zu retten. "Es gab keine Vorbehalte gegen uns REBELL-Flugblatt-Verteiler. Nur
der Ratsvorsitzende pupte uns antikommunistisch an, was bei den Umstehenden nicht gut ankam", schreibt der Rote Fahne-News-Korrespondent. "Der Spontaneismus war unübersehbar ebenso wie der Stolz und die Begeisterung über das Zustandekommen der Kundgebung. Allgemein war die Meinung, an so etwas auch dann teilzunehmen, wenn die Schule das nicht erlaubt - was unterschiedlich gehandhabt worden war."

 

Die Schüler-Bewegung 'fridays for future' ist auch in der Region Heilbronn angekommen. Bereits zur ersten Demo in der Innenstadt kamen über 400 Schülerinnen und Schüler aus 13 Schulen in Stadt- und Landkreis. Sie legten großen Wert darauf, dass sie für die Zukunft auf die Straße gehen, und nicht die „Schule schwänzen“. Die meisten hatten eigene Plakate gemalt, oft auch mit Kritik am kapitalistischen System. Sie wiesen darauf hin, dass die Klimafrage kritischer ist als das Mathe-Abi oder eine ausgefallene Schulstunde. Relativ verbreitet war die Vorstellung „Ihr habt verschlafen – wir sind der Weckruf“. Die imperialistischen Regierungen haben aber nichts „verschlafen“. Sie sind Teil der herrschenden Klasse und steuern die Erde mutwillig und ungebremst in die globale Umweltkatastrophe. Das Flugblatt des Jugendverbands REBELL 'one solution – revolution!' lag voll im Trend. Die meisten Demo-Teilnehmer kannten MLPD und REBELL noch nicht, und wollten sich erstmal informieren. Die nächste größere Aktion ist für Freitag, den 15. März geplant.

 

In Saarlouis fand am Freitag die erste Demo Fridays for future statt. Rund 1000 Schülerinnen und Schüler waren dem Aufruf gefolgt und trugen ihren Protest gegen die Klimapolitik auf die Straße. Es wurde diskutiert, dass es für die Jugend nicht mehr hinnehmbar sei, dass die Umwelt wegen dem Profit einzelner weiter zerstört und ihnen eine lebenswerte Zukunft genommen wird. Verärgert waren viele Jugendliche auch darüber, dass sie zunehmend Anfeindungen reaktionärer Kräfte (u.a. der Jungen Union) ausgesetzt werden. Einig waren alle: "Es geht um unsere Zukunft. Alles, was heute von verschiedenen
Politikern, Kapitalisten usw. an der Natur verbrochen wird, müssen wir später ausbaden. Das lassen wir uns nicht mehr bieten." Die nächste regionale, saarlandweite Demo findet am 15. März in Saarbrücken statt. Unterstützt wurde die Demo u.a. von der Umweltgewerkschaft mit ihrem Know-how und der Lautsprecheranlage.