MLPD

MLPD

Deftige Reden und tolle Stimmung beim Politischen Aschermittwoch

Die MLPD hat auch 2019 die revolutionäre Tradition des Politischen Aschermittwoch quicklebendig werden lassen.

Von Korrespondenzen / ffz
Deftige Reden und tolle Stimmung beim Politischen Aschermittwoch
Die Spitzenkandidaten der Internationalistischen Liste/MLPD zur Europawahl 2019 bei ihrer Aschermittwochsrede in Gelsenkirchen (rf-foto)

Gelsenkirchen

Proppevoll war Schacht III am Mittwochabend. Hauptredner waren die beiden Spitzenkandidaten zur Europawahl, Lisa Gärtner und Peter Weispfenning. Dementsprechend war unsere Losung „Rebellion gegen die imperialistische EU“ der rote Faden. Als erster bekam Donald Trump sein Fett weg. Gibt es doch tatsächlich Menschen, die ihn für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen haben. Genauso konsequent wäre es, die katholische Kirche zum Weltkinderschutzbund zu erklären.

 

Peter Weispfenning zerpflückte gekonnt Trumps imperialistische Kriegsvorbereitungen und stellte dem die ICOR-Initiative zum Aufbau einer antiimperialistischen Einheitsfront gegenüber.

 

Lisa Gärtner nahm unter anderem die imperialistische Europapolitik auseinander. Anhand der schwindelerregenden Zahlen über Einkünfte und Zusatzeinkünfte der Europaparlamentarier wurde deutlich, wie abgehoben diese sein müssen. Dabei haben sie nichts zu bestimmen, dafür sind die EU-Kommission und der europäische Runde Tisch aus 50 ausgewählten Industriellen zuständig.

 

Den bürgerlichen Europapolitikern geht es um die „Weltpolitikfähigkeit“ der EU, sprich um die Pole Position im internationalen Konkurrenzkampf. Bei den Weltherrschaftsansprüchen ist die EU kein Deut besser als die USA oder China.

 

Der Rede folgte ein Feuerwerk toller Kulturbeiträge. Guste (was die Frau von Herbert K ist) gab ihre Anmerkungen zu Hartz IV zum Besten und schloss mit dem Aufruf zur Mitgliedschaft in „Meiner Lieblings-Partei Deutschlands“.¹ Andreas Weissert, Schauspieler aus Dortmund, trug Texte unter anderem von Bertolt Brecht vor, die sich gegen verstärkte Reaktion sowie Kriegsvorbereitung richteten und unter die Haut gingen.

 

Es folgten ein Sketch des Jugendverbands REBELL „Wohin mit meinem Leben?“ und eine Szene aus dem Wirken von Karl Valentin und Liesl Karlstadt zum Kampf gegen Auswüchse der Bürokratie.

Stuttgart

Der politische Aschermittwoch der MLPD ist auch in Stuttgart inzwischen zu einer anziehenden Tradition für ein Publikum aus ganz Baden-Württemberg geworden. An die 190 Zuhörerinnen und Zuhörer freuten sich über eine gelungene Aschermittwochsrede, gehalten von Julia Scheller, Landesvorsitzende der MLPD Baden-Württemberg.

 

Im Mittelpunkt der Rede stand die allseitige Attacke gegen die EU als reaktionäres Bündnis imperialistischer Länder. Sie entlarvte mit konkreter Argumentation das Gesäusel von der EU als Friedensprojekt angesichts des tatsächlichen Bestrebungen, die EU wirtschaftlich und auch militärisch zu stärken – wozu? „Die EU ist die aggressive Methode, mit der die europäischen Übermonopole sich ihre Weltmarktführerschaft erkämpfen wollen!“

 

Mit scharfer Polemik wurde die bürgerlichen Parteien und ihre Repräsentanten angegriffen und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit seiner Vorstellung, die Stickoxide durch „Flottenerneuerung“ zu reduziere, zum „Cheerleader der Automobilindustrie“ erkoren.

 

Entgegen der bevorstehenden sozialchauvinistischen Pro-EU-Kampagne ist es notwendig, verstärkt über das Wesen des Imperialismus aufzuklären, Partei zu ergreifen und in der MLPD zu lernen, selbst Politiker zu werden. Ein wichtiger Schritt dazu, am 26. Mai die Internationalistische Liste/ MLPD zu wählen.

 

Kulturell grüßten dann noch „Die Gräfin und der Förster“ von Bertold Brecht und „Der Münchner im Himmel“.

München

Emil Bauer, Sprecher der Landesleitung der MLPD Bayern, erinnerte in München an die revolutionären Wurzeln des politischen Aschermittwochs vor 100 Jahren in Vilshofen. Nachdem er von den bürgerlichen Parteien vereinnahmt worden war, hat die MLPD bereits in den 1980er-Jahren die revolutionäre Tradition im niederbayerischen Metten wieder aufgenommen. Die Rede behandelte ausführlich die politische Entwicklung und die Schussfolgerungen, die die MLPD zieht.

 

Ein afghanischer Genosse: „Die Unterscheidung von Lobbyismus und staatsmonopolistischem Kapitalismus ist wichtig, das merke ich mir als Argument.“ Ein Rebell aus Augsburg: „Ich wusste nicht, dass man als Rebell auch Parteimitglied in der MLPD werden kann, das überlege ich mir.“

 

Ein Industriearbeiter aus München: „Super, keiner sagt die Sachen so knallhart wie die MLPD. Damit müsstet ihr ins Fernsehen.“ Am Ende des Gesprächs sagt er: „Macht weiter so.“ Ina, sieben Jahre alt, stellte die Arbeit der ROTFÜCHSE selbstbewusst vor und rief zu Spenden für die MLPD auf. Mit schönen Liedern wurde auch zum 8. März aufgerufen.

 

Ein Kulturhighlight war der Auftritt einer Putzfrau: Immer soll sie die Fassaden aufhellen, damit der Charakter der bürgerlichen Politik nicht offensichtlich wird. Um selbst die Staatsmacht zu übernehmen, als Köchin den Staat zu leiten, braucht es Schulung und Organisiertheit. 51 Teilnehmer spendeten 190,30 Euro.

 

Ein ausführlicherer Bericht erscheint in der kommenden Ausgabe des Rote Fahne Magazins - es kann hier bestellt werden.