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Montagsdemonstranten gedenken Hans-Heinrich Burmeisters

Am 25. Februar gedachte die Berliner Monatagsdemo unter der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz ihres kürzlich verstorbenen Mitstreiters Hans-Heinrich Burmeister.

Korrespondenz aus Berlin
Montagsdemonstranten gedenken Hans-Heinrich Burmeisters
Hans-Heinrich Burmeister, wie man ihn kannte: Als Moderator der Berliner Montagsdemonstration (rf-foto)

Hans-Heinrich Burmeister, der 1942 in Hamburg geboren wurde, war jahrzehntelang ein aktiver Gewerkschafter und auch Streikführer, unter anderem bei Bosch. Er ließ sich als Betriebsrat nicht korrumpieren.

 

Durch seine konsequente Haltung und dadurch, dass er klar Stellung bezog, politisierte er viele junge Menschen. Darunter war auch Andrew Schlüter, der heutige Vorsitzende des Landesverbandes Ost der MLPD, der ihn 1993 kennenlernte und tief von ihm beeindruckt war.

 

Seine Unbeugsamkeit ging sogar so weit, dass er das Angebot einer riesigen Abfindung von Bosch ablehnte und dieses Schreiben für die Öffentlichkeit an das Schwarze Brett heftete.

Mitbegründer der bundesweiten Montagsdemo-Bewegung

Hans-Heinrich Burmeister war Mitbegründer der bundesweiten Montagsdemo-Bewegung und einer ihrer führenden Köpfe. Als parteiloser Moderator drückte er in aller Regelmäßigkeit der Berliner Montagsdemo seinen Stempel auf. Er leistete seinen Beitrag dafür, dass die Hartz-Gesetze zu den bundesweit am meisten Gehassten wurden und der SPD ihre solidarische Maske heruntergerissen wurde.

Ein streitbarer Charakter

Menschlich war Hans-Heinrich Burmeister durchaus streitbar. Einige mochten seine kantige Art, andere konnten mit seinen teilweisen provokativen Äußerungen nicht umgehen. Er liebte Kinder und bereitete ihnen als Nikolaus bei der Internationalen Nikolausfeier 2017 im "Treff International" eine große Freude.

 

So sehr Hans-Heinrich Burmeister im Leben Realist war, so sehr machte er sich wegen seiner schweren Erkrankung auch Illusionen. Er plante noch weit in die Zukunft hinein und das vor allem, weil er feststellen konnte, dass wieder mehr Menschen, vor allem Jugendliche, aktiv wurden und es einen fortschrittlichen Stimmungsumschwung gibt.

 

Die Montagsdemo-Bewegung und die MLPD werden den Kampf in seinem Sinne fortführen.