IG-Metall-Gewerkschaftstag

IG-Metall-Gewerkschaftstag

Initiative zur 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich

Der 24. Gewerkschaftstag der IG Metall hat große Bedeutung dafür, den Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung, der bürgerlichen Parteien und der Monopole zu verstärken. Haben die Monopole doch schon ihre Pläne, die Arbeitszeit weit auszudehnen, Überstunden und Arbeitshetze zu intensivieren.

Korrespondenz aus Bochum
Initiative zur 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich
Aufgenommen bei einer Aktion in Hannover zur dritten Verhandlungsrunde bei Volkswagen, 2018 (rf-foto)

Bochumer IG Metaller haben anlässlich des 24. Gewerkschaftsstags der IG Metall die Initiative ergriffen: Sie haben einen Antrag zur Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich gestellt. Dort schreiben sie:

 

"Bei der Bahn, an den Flughäfen, im öffentlichen Dienst, in der Stahlindustrie und in der Textilindustrie gehen die Arbeiter in die Offensive, um für ihre berechtigten Forderungen nach Entgelterhöhung, Teilzeitarbeit und/oder für mehr freie Tage zu kämpfen. International war ein Streik bei den Audi-Kollegen in Ungarn erfolgreich: Sieben Tage Streik reichten aus, um Audi in die Knie zu zwingen: 18 Prozent mehr Lohn und ein freies Wochenende.


Der Kampf für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich steht:

  • für den gemeinsamen Kampf gegen Leiharbeit und Befristungen
  • für den gemeinsamen Kampf über Ländergrenzen, gegen Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Verlagerung oder Fusionen
  • gegen die Folgen der sich anbahnenden Strukturkrise im Zusammenhang mit der zu begrüßenden Umstellung auf E-Mobilität

 

Die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich an fünf Tagen von Montag bis Freitag kann allein in Deutschland acht Millionen Arbeitsplätze auf Kosten der Profite schaffen bzw. erhalten. Es ist ein Widersinn dieser Gesellschaft, dass die einen immer mehr arbeiten müssen (Rente mit 67, 1,8 Milliarden Überstunden allein 2016), während andere keine Arbeit haben oder durch Teilzeitjobs unterbeschäftigt sind.

 

Wenn der bisherige Kahlschlag bei Opel/PSA von 4500 Arbeitsplätzen allein in Deutschland laut Tavarez (PSA-Chef) erst 30 bis 40 Prozent waren, was kommt dann noch alles auf uns zu?"