Göttinger Friedenspreis

Göttinger Friedenspreis

Verleihung morgen findet statt

"Die Stadt Göttingen selbst ist schön, und gefällt einem am besten, wenn man sie mit dem Rücken ansieht." Fast hätte die Dr. Röhl-Stiftung dieser Empfehlung von Heinrich Heine aus seiner 1824 veröffentlichten "Harzreise" folgen und die Verleihung des Göttinger Friedenspreises an die "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" am morgigen 9. März auf einer Wiese vor den Toren der Stadt veranstalten müssen.

Von gis

Unter dem Druck der reaktionären zionistischen Israel-Lobby haben - wie mehrfach berichtet - der Göttinger Oberbürgermeister und die Präsidentin der Universität ihre Unterstützung für die Preisverleihung zurückgezogen. Panisch sperrten sie die Aula sowie alle anderen Räume und öffentlichen Plätze der Universität und der Stadt für die Feier. Wahrheitswidrig wird die "Jüdische Stimme ..." von einer unheiligen Allianz aus Zionisten, Reaktionären und "Antideutschen" des Antisemitismus bezichtigt. Eine regelrechte Hysterie brach aus.

 

Diese verwandelt sich allerdings immer mehr in einen Bumerang. Eine große Solidarität aus vielen Bereichen der Gesellschaft entwickelte sich und machte die "Jüdische Stimme", den Göttinger Friedenspreis und die unhaltbaren Attacken erst so richtig bekannt. Vor wenigen Tagen meldete sich der Liedermacher Konstantin Wecker zu Wort, der Preisträger des Göttinger Friedenspreises im vergangenen Jahr. In einem Offenen Brief schrieb er, er könne nicht nachvollziehen, weswegen die "Jüdische Stimme ..." eine antisemitische Bewegung sein solle:

 

"Eine Bewegung, die sich auf derart großartige und menschliche Weise um eine Beendigung der entsetzlichen Konflikte zwischen Juden und Palästinensern bemüht, straft derart abstruse Antisemitismus-Unterstellungen von Grund auf Lügen. Und für mich, der sich seit vielen Jahrzehnten mit einsetzt für den Frieden auf diesem Planeten, ist es schwer zu verstehen, dass eine Bewegung, die weit über die eigenen engen Nationalgrenzen hinaus Frieden zu schaffen und vorbildlich Mitmenschlichkeit zu leben versucht, auf solchermaßen unzutreffende Weise mit dem Antisemitismus-Vorwurf überzogen wird. Was – ich erwähne es nur am Rande – geeignet ist, unsäglich zu verharmlosen, was tatsächlich Antisemitismus ist."

 

Stadt und Universität Göttingen entblödeten sich nicht, Inhabern anderer Räumlichkeiten Textbausteine vorzuschreiben, mit denen auch sie der Verleihfeier den ihr gebührenden Raum verweigerten. Die beharrliche Suche hatte schließlich Erfog und so findet am morgigen 9. März ab 12 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache - www.galerie-alte-feuerwache.de - die Feier zur Verleihung des Göttinger Friedenspreises an die "Jüdische Stimme ..." statt. Eine Göttinger Gruppe von "Antideutschen" will vor der Preisverleihung eine Kundgebung dagegen abziehen.

 

Wichtige Broschüre der MLPD: "Antideutsche - links blinken, scharf rechts abbiegen"