Hambacher Wald

Hambacher Wald

RWE will Verzicht auf Rodung gegen "Kompensation" prüfen

Der Energiekonzern RWE durfte bis zum gerade erfolgten Sitzungstermin vor dem Kölner Verwaltungsgericht keine Bäume im Hambacher Wald fällen, um nicht vorzeitig Fakten zu schaffen.

Korrespondenz aus Bochum

Die Verwaltungsrichter in Köln unterbreiteten nun einen Vergleichsvorschlag: RWE soll zusichern, dass das Unternehmen auf die Rodung des Hambacher Walds verzichtet, die Umweltschutzorganisation BUND, die geklagt hatte, sollte im Gegenzug ihre Klage zurücknehmen.

 

Diesen Vorschlag hat RWE strikt abgelehnt. Als Begründung gab der Konzern an, die unter den Bäumen vorhandene Erde würde benötigt, um die Abbruchkante des Braunkohletagebaus abzuschrägen.

Politisch kaum noch durchsetzbar

Die juristische Argumentation darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich RWE und die nordrhein-westfälische CDU/FDP-Landesregierung mit ihren Rodungsplänen längst in der breiten Öffentlichkeit isoliert haben.

 

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission sprach die Empfehlung aus, den Hambacher Wald zu erhalten, weil er zum Symbol des Widerstands gegen Braunkohletagebau und Kohleverbrennung geworden ist.

RWE fordert "Kompensation"

Selbst RWE-Chef Rolf Martin Schmitz will nun einen Verzicht auf die Rodung prüfen. "Wir werden prüfen, was technisch mit Blick auf Standsicherheit, Rekultivierung und Wasserwirtschaft möglich ist", so Schmitz bei der Vorlage der Konzernbilanz für 2018.

 

Allerdings sei ein Verzicht nur gegen eine hohe Kompensation möglich. Als Hausnummer nennt RWE die Summe von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro je Gigawatt.