Arbeiter- und Volkskämpfe

Arbeiter- und Volkskämpfe

1 Million Streiktage

Die Zahl der Streiktage ist in Deutschland im vergangenen Jahr stark gestiegen. Rund eine Million Arbeitstage fielen 2018 aus, mehr als vier Mal so viele wie 2017, teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung mit.

von Gis

Dabei erfasst diese offizielle Statistik längst nicht alle Streiks. Die Gesellschaft zur Förderung wissenschaftlicher Studien zur Arbeiterbewegung (GSA e.V.) verfolgt täglich die Kämpfe in den Betrieben. Aufgrund ihrer Erfassung sprach Gabi Fechtner, die Vorsitzende der MLPD, in ihrem jüngsten Interview im Rote Fahne Magazin von zusammen 3,78 Millionen Menschen, die 2018 an Arbeiter- und Volkskämpfen beteiligt waren. "Das ist quantitativ vergleichbar zum Beispiel mit den 3,9 Millionen Beteiligten 2004", so die Vorsitzende der MLPD. (Das ganze Interview lesen)

 

Hauptgrund für die Zunahme der Streiktage, so das WSI, war vor allem der Arbeiterkampf in der Metallindustrie, auf den drei Viertel aller Streikbeteiligten entfielen. Größere Warnstreiks gab es auch im Öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen und bei der Deutschen Bahn. Die Zahl der Streikenden stieg von 131.000 im Jahr 2017 auf knapp 1,2 Millionen 2018 – ähnliche Werte hatte es auch in den Jahren 2015 und 2016 gegeben. Auch die Uni-Kliniken in Düsseldorf wurden bestreikt.

 

Eine größere Rolle spielten laut WSI auch die ersten Streiks in der Geschichte der Fluglinie Ryanair sowie der Streik beim Autozulieferer Neue Halberg Guss für einen Sozialplan. Der längste Arbeitskampf Deutschlands wird beim US-Onlinehändler Amazon ausgetragen: Dort streiken Beschäftigte mit ihrer Gewerkschaft ver.di tageweise seit sechs Jahren für einen Tarifvertrag. Über alle genannten Arbeiterkämpfe hat Rote Fahne News regelmäßig berichtet.