Stahl

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Belebte Diskussion zum Tarifergebnis

Am 25. März hat die Tarifkommission dem Verhandlungsergebnis in der Tarifrunde Stahl einstimmig zugestimmt. Es wurde in der letzten Woche intensiv in den Betrieben diskutiert.

Korrespondenz aus Duisburg
Belebte Diskussion zum Tarifergebnis
Warnstreik bei tkSE in Duisburg (Foto: RF)

Bei der Vertrauensleutevollversammlung von tkSE Duisburg Hamborn/Beeckerwerth waren zu Beginn ca. 120 Vertrauenlseute der IG Metall anwesend. Viele Kollegen berichteten, dass es im Betrieb keine einheitliche Meinung gibt; meistens stand es 50 zu 50. In anderen Betrieben war die Mehrheit für Ablehnung und in einigen auch für Annahme.

 

Das Verhandlungsergebnis ist ein fauler Kompromiss, weil nicht die volle gewerkschaftliche Kampfkraft eingesetzt wurde. Genau das und die lange Laufzeit sind die wesentlichen Kritiken. Die meisten Gewerkschaftsfunktionäre rieten zur Annahme, da man eine Urabstimmung nicht gewinnen könne und mehr nicht drin gewesen sei. Doch dieses Argument kommt jedes Mal, wenn davor gekniffen wird, richtig zu kämpfen.

Kritik und Zustimmung

Die Diskussion auf der Vertrauensleutevollkonferenz wurde von Anfang an in die Länge gezogen. So wurde das Verhandlungsergebnis nochmals breit vorgestellt und gelobt. Nach den ersten Redebeiträgen, die das Ergebnis kritisierten, sollten dann plötzlich erst noch mal „Sachfragen“ geklärt werden.

 

Die Redner gingen dann aber trotzdem auf die Beurteilung des Ergebnisses ein. Aus vielen Abteilungen wurde auch über eine gewisse Zufriedenheit über das Ergebnis berichtet. Nachdem wegen der vorgerückten Zeit schon ein Drittel der Vertrauensleute gegangen war, kam es zur Abstimmung. Von den ca. 80 Anwesenden wurde das Verhandlungsergebnis mit 20 Gegenstimmen und einer Enthaltung zur Annahme empfohlen.

Viele wollen streiken

In der Tarifrunde wurde das gewachsene gewerkschaftliche Bewusstsein deutlich, weil viele streiken wollten. Das ist mit dem Ergebnis nicht weg, sondern es zeigt sich, welche Angst die Konzerne vor den Kampfwillen der Belegschaften haben. Genau das muss jetzt für die Diskussion zum Gewerkschaftstag genutzt werden. Wir brauchen die IG Metall als Kampforganisation und nicht ihre Führung als geschickte Co-Manager.