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Fridays for Future: „Wir protestieren entschieden gegen dieses Vorgehen“

Für den Hagener REBELL hat Inessa Kober den folgenden Offenen Brief an die Organisatoren der örtlichen Fridays-for-Future-Proteste veröffentlicht:

Von Inessa Kober (Jugendverband REBELL Hagen)
Fridays for Future: „Wir protestieren entschieden gegen dieses Vorgehen“
Wie hier in Mülheim an der Ruhr ist der Jugendverband REBELL selbstverständlicher Teil der Fridays-for-Future-Proteste (rf-foto)

Die erste Fridays-for-Future-Demo in Hagen am 15. März war mit 2000 Schülerinnen und Schülern ein voller Erfolg. Gemeinsam mit weit über einer Million Jugendlichen weltweit haben wir ein klares Zeichen gesetzt: Die Welt muss vor einer drohenden Umweltkatastrophe gerettet werden!

 

Viele Schülerinnen und Schüler stellen grundsätzliche Fragen. Weitverbreitet ist die Forderung „System Change – Not Climate Change“. Greta Thunberg sagte auf der Weltklimakonferenz in Davos: „Wenn es unmöglich ist, Lösungen im bestehenden System zu finden, sollten wir das System an sich ändern.“

 

Der Kapitalismus als Ursache der Umweltkrise – da schrillen bei den bürgerlichen Parteien alle Alarmglocken. Ihre Aufgabe ist es, die Politik der Konzerne umzusetzen. So werden die kriminellen Hauptverantwortlichen für die Umweltzerstörung – z.B. der VW-Konzern – von der Bundesregierung geschützt , aber Umweltschützer im Hambacher Wald werden als angebliche „Straftäter“ verfolgt und verhaftet.

Überparteiliche Grundlage

Jetzt wird von den bürgerlichen Parteien alles getan, um den Widerstand der Kinder und Jugendlichen in parlamentarische Bahnen zu lenken. Es soll verankert werden: Die Politiker müssen es richten – und die Schülerinnen und Schüler sollen zur Schule gehen. In den Grundsätzen von FFF steht, dass die Bewegung überparteilich ist. Das heißt, dass alle Kräfte teilnehmen sollen, die gegen die Zerstörung der Umwelt sind. Hier sind alle willkommen, außer Faschisten.

 

Der REBELL Hagen brachte sich beim Bündnistreffen ein, machte Vorschläge für demokratische Prinzipien und es wurde vereinbart, dass überparteilich gearbeitet wird. Keine Organisation soll dominieren, zugleich soll sich auch keine verstecken.

Undemokratische Ausgrenzung

Vor und während der Demonstration wurde dann undemokratisch von einzelnen Organisatoren die Demonstration gespalten, indem der REBELL nicht wie abgesprochen am Mikro sprechen konnte, seine Fahne nicht zeigen und seine Flugblätter nicht verteilen sollte.

 

Damit wurde entschieden, die Jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu bevormunden, und sie nicht selbstständig entscheiden zu lassen, wie oder mit wem sie gegen eine drohende Umweltkatastrophe kämpfen wollen. Ein Jungliberaler, der als Ordner eingesetzt war, tat sich hier besonders hervor, als er die Polizei auf uns hetzte, um uns aus der Demo zu entfernen.

 

Wir protestieren entschieden gegen dieses Vorgehen! Während die Jusos am Mikro sprechen dürfen, deren Mutterpartei im Landtag für die Rodung des Hambacher Walds entschied, ein junger Liberaler die Polizei ruft, während FDP-Chef Linder öffentlich sagt, „das (die Klimafrage) nur was für Profis und nicht für Schüler wäre“, soll der REBELL als kapitalismuskritische Organisation ausgeschlossen werden. Das können wir nicht akzeptieren. Hier wird doch ganz deutlich, wer die Bewegung vereinnahmen will.

Kapitalismuskritik nicht erwünscht?

REBELL und MLPD stehen für eine sozialistische Gesellschaft ... . Kapitalismuskritik mit Perspektive – das soll es in der FFF-Bewegung nicht geben? Es ist ein Demonstrations- und Parteienrecht, sich mit Flugblättern, Schildern und Fahnen an einer Demonstration zu beteiligen. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit verbietet sogar der Polizei, Menschen ohne Grund aus einer Demonstration auszuschließen. Über dieses Grundrecht hat kein Orga-Team zu entscheiden.

 

Wir sagen ganz deutlich: Die Masse der Jugend hält von diesem Verbot gar nichts, begrüßt die Teilnahme des REBELL und freut sich über tolle Diskussionen.

REBELL wird weiter teilnehmen

Wir werden weiterhin an den Fridays-for-Future-Protesten teilnehmen. Wir erwarten für diesen unsolidarischen und spalterischen Vorgang eine Entschuldigung.“